Bundestrainerin Silvia Neid kann nach dem Einzug ins Endspiel aufatmen.

Silvia Neid freut sich: Ihr Team steht im Finale.
Silvia Neid freut sich: Ihr Team steht im Finale.

Silvia Neid freut sich: Ihr Team steht im Finale.

dpa

Silvia Neid freut sich: Ihr Team steht im Finale.

Göteborg. Der ersehnte Pfiff ertönt, Erleichterung bricht sich Bahn. Deutschland steht nach dem 1:0 gegen Gastgeber Schweden im EM-Finale. Und Bundestrainerin Silvia Neid weiß nicht, welche ihrer Spielerinnen sie zuerst umarmen soll. Torhüterin Nadine Angerer nimmt ihr die Entscheidung ab.

Das Erreichen des Endspiels klingt nach einer grandiosen Leistung, galt aber als Minimal-Ziel für die in der Vergangenheit so erfolgsverwöhnte Nationalelf der Frauen. Das Aus im Viertelfinale der Heim-WM 2011 erschütterte eine scheinbar ewig vom Glanz verwöhnte Mannschaft und ihren Verband.

Damit hatte Silvia Neid seither zu kämpfen und beförderte so geschickt ihr eigenes Team im Vorfeld des Halbfinales gegen Schweden zum Außenseiter, redete es geradezu klein. „Wir sind hier ja quasi mit einer U 23“, sagte die 49-Jährige, wohl auch um den holprigen Auftakt gegen die Niederlande und die Niederlage gegen Dänemark zu erklären. Und ganz unrecht hat sie nicht: Seit 2011 hat Neid den halben Kader ausgetauscht, neue Gesichter bestimmen den Sturm. Die jüngste Spielerin, Sara Däbritz, ist gerade 18 Jahre alt.

„Wenn man im Finale steht, kann man sich noch besser leiden.“

Silvia Neid, Bundestrainerin

Silvia Neid musste sich in Schweden beweisen: Hat sie nach acht Jahren noch das richtige Händchen für die National-Elf, oder muss frischer Wind her, wie ihn viele seit langem forderten. Allen voran Bernd Schröder, Trainer von Turbine Potsdam, der schon vor Turnierbeginn verbal an Neids Stuhl sägte und noch kurz vor dem Halbfinale einen Mann im Trainer-Team forderte.

Die Antwort hat Neid nun mit dem Finaleinzug gegeben. Die jungen Stürmerinnen trafen im entscheidenden Moment – Lena Lotzen machte gegen Island das erste EM-Tor der DFB-Frauen, Dzsenifer Marozsán brachte den Sieg gegen Schweden. Auch Neids Entscheidung, Marozsán im Viertelfinale gegen Italien zugunsten der erfahrenen Simone Laudehr auf der Bank zu lassen, bewies sich als richtig.

Egal, was das Finale am Sonntag bringt, Silvia Neid scheint mit ihrer Leistung zufrieden: „Wenn man im Finale steht, kann man sich noch besser leiden.“

 » Finale mit Deutschland, Sonntag, 16 Uhr/ARD

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