Josephine Henning (l) und Lynn Williams aus den USA kämpfen um den Ball. Foto: Matt Slocum
Josephine Henning (l) und Lynn Williams aus den USA kämpfen um den Ball. Foto: Matt Slocum

Josephine Henning (l) und Lynn Williams aus den USA kämpfen um den Ball. Foto: Matt Slocum

dpa

Josephine Henning (l) und Lynn Williams aus den USA kämpfen um den Ball. Foto: Matt Slocum

Chester (dpa) - Die erste Niederlage als Bundestrainerin kann Steffi Jones gut verschmerzen. Schließlich steht das Vier-Länder-Turnier in den USA unter dem Motto Testen und Ausprobieren.

Zudem war das Team der Fußball-Olympiasiegerinnen erst zwei Tage zuvor in Philadelphia eingetroffen und litt offensichtlich noch unter der Zeitumstellung. «Was die Mannschaft abgerufen hat nach dem Flug und den ganzen Strapazen - ich gehe mit sehr positiven Erkenntnissen aus diesem Spiel», sagte die 44 Jahre alte Fußball-Lehrerin nach dem 0:1 (0:0) gegen den Gastgeber zum Auftakt des sogenannten SheBelieves Cups.

Vor 16 318 Zuschauern im gut gefüllten Talen Energy Stadium erzielte Lynn Williams in der 56. Minute den Siegtreffer für das Weltmeisterteam um Carli Lloyd. «Es ist schade, dass es so ausgegangen ist, wir hätten gerne gewonnen. Aber wir haben uns das Leben durch nicht ganz so präzises Spiel und fehlende Ballsicherheit selbst etwas schwer gemacht», bilanzierte Jones. Beim Gegentor habe «die Ordnung nicht gestimmt», und dann «wurden wir bestraft». Gleichwohl fiel ihr Fazit nach der ersten Schlappe ihrer sechsmonatigen Amtszeit nicht negativ aus: «Ich bin zufrieden.»

DFB-Angreiferin Anja Mittag schaute etwas düster drein. Ihr 150. Länderspiel gegen den Angstgegner USA hätte sie gerne gewonnen. «Viele Fehler im Aufbauspiel», bemängelte die 31 Jahre alte Seniorin in der verjüngten DFB-Elf. «Wir kamen immer einen Tick zu spät und wirkten müde. Schade», sagte die Jubilarin.

Knapp drei Tage bleiben den deutschen Frauen, um sich etwas mehr zu erholen und die Müdigkeit aus den Beinen zu schütteln. Spielführerin Dzsenifer Marozsan, die wie Mittag einige gute Distanzschüsse abgab, schaut zuversichtlich auf die nächsten Tests am Samstag in Harrison gegen die starken Französinnen und am Dienstag in Washington D.C. gegen die englische Auswahl. «Wir haben jetzt Zeit, dieses Spiel zu analysieren und die Fehler anzusprechen. Die Partie wird uns nur weiterbringen. Deswegen sehen wir es positiv», betonte die DFB-Regisseurin vom französischen Spitzenclub Olympique Lyon. Nun will Marozsan das Team um ihre Clubkolleginnen ärgern: «Ich hoffe, dass wir es gegen Frankreich besser machen.»

Die größte Baustelle beim achtmaligen Europameister, der bei der EM in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August) den Titel erfolgreich verteidigen will, ist nach wie vor die Abwehr. Die Viererkette um die Innenverteidigerinnen Josephine Henning (Lyon) und Babett Peter (VfL Wolfsburg), diesmal flankiert von den ebenfalls für Wolfsburg spielenden Anna Blässe und Isabel Kerschowski, wirkt alles andere als sattelfest. Nach den Rücktritten der Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen Saskia Bartusiak und Annike Krahn ist gleichwertiger Ersatz bisher nicht in Sicht.

In der Offensive verfügt Deutschland dagegen über zahlreiche Alternativen, auch wenn beispielsweise in den Bayern-Stars Simone Laudehr oder Melanie Leupolz hochkarätige Spielerinnen wegen Verletzungen in den USA noch nicht zur Verfügung stehen.

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