Hoffnungsvoll
Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen hofft durch die WM auf einen Schub für die Bundesliga.

Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen hofft durch die WM auf einen Schub für die Bundesliga.

dpa

Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen hofft durch die WM auf einen Schub für die Bundesliga.

Frankfurt/Main (dpa) - Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen verbindet mit der Fußball-WM im eigenen Land die Hoffnung auf ein baldiges Profitum in der Frauen-Bundesliga.

«Wir müssen den Schwung in die Liga mitnehmen», forderte die 42-Jährige am Dienstag bei einer Diskussionsrunde in Frankfurt. Direkt nach der WM müsse es bei allen Erstligisten Halbprofitum geben - und dann «eine Schraube in Gang gesetzt werden». Die 144-malige Nationalspielerin glaubt, «dass wir in ein paar Jahren einen Großteil der Spielerinnen als Profis bezeichnen können».

DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg betonte, dass es 2004 - ein Jahr nach dem ersten WM-Titel - erst 6866 Frauenfußballteams in Deutschland gegeben habe. Inzwischen seien es bereits 13 420.

Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, bereitet jedoch Sorge, dass die Entwicklung an der Basis nicht hinterher komme: «Es gibt viel zu wenige Betreuer, viel zu wenig Funktionäre und Trainer im Frauenfußball. Wir dürfen nicht nur auf den Spitzenbereich und die Nationalmannschaft gucken.»

Fitschen hob die besondere Stellung der Nationalspielerinnen hervor, die derzeit alle gut vom Fußball leben könnten. «Davon haben wir Spielerinnen vor 10 oder 15 Jahren nur geträumt.»

Für den Gewinn des Weltmeisterschaftstitels bei der Endrunde vom 26. Juni bis 17. Juli hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Prämie von 60 000 Euro pro Spielerin ausgelobt. Laut Fitschen gibt es zudem einen Topf aus Marketingeinnahmen, an dem die Spielerinnen beteiligt werden. «Dafür erwarten wir aber auch, dass sie Öffentlichkeitsarbeit machen.»

Ratzeburg kritisierte, dass derzeit alle Nationalspielerinnen nur bei drei oder vier Vereinen unter Vertrag stehen. «Wir müssen alle Vereine fördern. Es muss Solidarität in der Bundesliga gelebt werden.» Sonst richte sich der Fokus der Öffentlichkeit auf einige wenige Spitzenvereine mit den Topstars, während die anderen Clubs abgehängt würden.

«Es kommt auf jeden Verein selbst an, was er aus dem Boom der WM macht», sagte dagegen Manager Siegfried Dietrich vom Rekordmeister 1. FFC Frankfurt. In seinem Team um Rekordnationalspielerin Birgit Prinz und Weltklassetorfrau Nadine Angerer seien schon 15 oder 16 Spielerinnen als Profis zu betiteln. Er bezifferte den Etat auf 1,5 Millionen Euro.

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