Katrin Schmidt steht vor ihrem ersten Länderspiel für Schweden. Foto: Anders Wiklund
Katrin Schmidt steht vor ihrem ersten Länderspiel für Schweden. Foto: Anders Wiklund

Katrin Schmidt steht vor ihrem ersten Länderspiel für Schweden. Foto: Anders Wiklund

dpa

Katrin Schmidt steht vor ihrem ersten Länderspiel für Schweden. Foto: Anders Wiklund

Stockholm (dpa) - 2017 könnte das spannendste Jahr in ihrem ohnehin spannenden Fußball-Leben werden. Jedenfalls zählt Katrin Schmidt die Tage bis zum 19. Januar. Dann könnte sie Nationalspielerin werden.

Im Alter von 30 Jahren steht die Fußballerin aus der Eifel vor ihrem ersten A-Länderspiel. Aber nicht für Deutschland, sondern für Schweden. Kurz vor Weihnachten erhielt die Mittelfeldspielerin vom Spitzenclub Djurgarden Stockholm eine Einladung der schwedischen Nationaltrainerin Pia Sundhage. Für das Drei-Nationen-Turnier vom 19. Januar an in San Pedro del Pinatar/Spanien gegen Norwegen und England wurde sie erstmals in den Kader des Olympia-Zweiten von Rio berufen.

Jetzt fiebert Schmidt nicht nur ihrem Debüt im «Drei-Kronen-Team» entgegen, sondern kann sogar auf ihre EM-Teilnahme in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August) hoffen. Denn das Turnier in Spanien gilt als EM-Casting der Schwedinnen. «Es ist spannend zu sehen, ob Katrin sich bei uns im Team durchsetzen kann. Ich werde sie mit den anderen Kandidatinnen fürs Mittelfeld testen», sagte Sundhage auf der Suche nach einem Kader mit Medaillenchancen.

Einen Anruf der früheren Bundestrainerin Silvia Neid gab es nie. «Ich habe gar keinen Kontakt nach Deutschland gehabt, das ist weit weg. Und es gibt einfach eine Riesenauswahl an Topspielerinnen», sagte Schmidt. Nun winkt der Spätberufenen doch noch der Sprung zurück auf die internationale Fußball-Bühne. Und womöglich sogar ein Einsatz bei der EM. Der erste Gegner der Schwedinnen dort - Deutschland.

Die Karriere von Katrin Schmidt ist ungewöhnlich: Geboren in Mechernich, aufgewachsen in der Eifel, kickte sie in ihrer Jugend für die SG Oleftal in der Nähe von Euskirchen. Von dort ging sie zum FFC Brauweiler, mit dem sie 2004/05 in die Bundesliga aufstieg.

Studienbedingt wechselte sie zu den Florida State Seminoles (2005 bis 2008). Nach der Zeit in Tallahassee und acht Spielen für die Vancouver Whitecaps in Kanada siedelte Schmidt 2009 nach Schweden um. Dort führte sie der Weg über Tyresö FF und Malmö in die Hauptstadt, erst zu Hammarby IF, zuletzt zu Djurgarden IF.

Mit Malmö LdB, später FC Rosengard, wurde sie zweimal schwedischer Meister. Gute Kritiken bekommt sie in Schwedens Frauenliga «Damallsvenskan» schon seit Jahren. Kein Wunder, dass Sundhage irgendwann auf sie aufmerksam wurde. «2009 dachte ich, dass ich nur eine Saison in Tyresö spielen würde und dann weiter in Deutschland», sagt Schmidt. «Aber es hat mir hier sehr gut gefallen. Ich habe entschieden, dass ich alles auf Fußball setze.»

Und weil sie sich heimisch fühlt nach sieben Jahren in Skandinavien, beantragte sie die schwedische Staatsbürgerschaft. Seit Sommer hat sie neben dem deutschen auch den schwedischen Pass. Unlängst schloss sie in Stockholm ihr Studium der Kulturgeographie erfolgreich ab.

Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, auch für die deutsche Nationalmannschaft aufzulaufen. Schließlich absolvierte sie mehrere Einsätze in DFB-Nachwuchsteams. Sieben Spiele in der U17-Auswahl, zwei Einsätze in der U20/U21 und ein U19-Länderspiel stehen zu Buche. Das war im Februar 2004. Gemeinsam mit den späteren Nationalspielerinnen Melanie Behringer, Lena Gößling und Simone Laudehr gewann sie am Gardasee mit 2:1 gegen Italien.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer