Alexandra Krieger erzielte das entscheidende Tor im Elfmeterschießen gegen Brasilien.
Alexandra Krieger erzielte das entscheidende Tor im Elfmeterschießen gegen Brasilien.

Alexandra Krieger erzielte das entscheidende Tor im Elfmeterschießen gegen Brasilien.

dpa

Alexandra Krieger erzielte das entscheidende Tor im Elfmeterschießen gegen Brasilien.

Mönchengladbach (dpa) - Deutsche Gründlichkeit, aber amerikanische Lebensfreude: Alexandra Krieger ist eine Multikulti-Fußballerin. Mit den USA steht die 26-Jährige am Mittwoch in Mönchengladbach im Halbfinale der Frauenfußball-WM und träumt vom großen Coup.

Im Viertelfinale in Dresden gegen Brasilien avancierte die Abwehrspezialistin zur Matchwinnerin, als sie im Elfmeterschießen den entscheidenden Ball zum 5:3 versenkte. In Mönchengladbach will sie vor allem der Abwehr halt geben und sich erneut mit einer souveränen Leistung für einen neuen Kontrakt in Deutschland anbieten.

Denn Krieger ist in der Bundesliga keine Unbekannte. Von 2007 bis März 2011 spielte sie für den 1. FFC Frankfurt. Dann löste sie den Vertrag auf, um sich mit der US-Mannschaft gezielt auf die WM vorzubereiten. Eigentlich sollte nach dem Titelkampf die amerikanische Profiliga ihre neue Heimat werden, doch die Stimmung in den Stadien während der WM hat ein gewisses «Heimweh» ausgelöst.

«Deutschland ist meine zweite Heimat. Ich habe ja deutsche Vorfahren. Und die Zeit in Frankfurt war einfach krass. Ich habe die Sprache gelernt, bin mit anderen Trainingsmethoden und Spielsystemen vertraut geworden. Wenn es irgendwie geht, würde ich gern zurückkommen. Allerdings müsste mich mein Verein dann für die Olympia-Qualifikation im Herbst freistellen», erzählt die 26-Jährige.

Ihre Verbundenheit zu Deutschland dokumentiert «Ali» öffentlich. Auf ihrem linken Unterarm hat sie sich das Wort «Liebe» eintätowieren lassen. «Das ist alles so schön hier. Die Menschen sind freundlich, das Essen ist toll. Es macht mir Spaß hier zu leben», sagt die Abwehrspezialistin, die in der bisher nicht immer sattelfesten amerikanischen Deckung dank deutscher Gründlichkeit noch die stabilsten Leistungen anbot.

Dass sie in cooler Manier den letzten Elfmeter gegen Brasilien verwandelte, schreibt sie ihrer amerikanischen Mentalität zu. «Das war total krass. Die Trainerin meinte, Krieger, du bist fünfte Schützin. Ich bin mit Herzklopfen zum Punkt gejoggt, habe nicht nachgedacht und den Ball einfach reingemacht», erzählt sie über den bislang glücklichsten Moment bei der WM. «Jetzt sind wir ja wohl der Topfavorit und wollen das auch zeigen. Aber jeder hat schon gesehen: Da sind Mädels auf dem Platz, die wollen unbedingt gewinnen. Und ein Spiel ist erst vorbei, wenn abgepfiffen wird. Das haben die Brasilianerinnen zu spät erkannt.»

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