Die französische Nationalspielerin Camille Abily stoppt den Ball mit der Brust.
Die französische Nationalspielerin Camille Abily stoppt den Ball mit der Brust.

Die französische Nationalspielerin Camille Abily stoppt den Ball mit der Brust.

dpa

Die französische Nationalspielerin Camille Abily stoppt den Ball mit der Brust.

Mönchengladbach (dpa) - Ausgerechnet die Fußballfrauen aus dem Land der Gourmets bereiteten sich mit Fastfood auf das WM-Halbfinale vor. Hamburger statt Delikatessen gab es für die französischen Nationalspielerinnen vor der Partie am Mittwoch in Mönchengladbach gegen die USA.

Kraft und Ausdauer werden «Les Bleues» auch brauchen. Denn von den bislang 13 Duellen mit dem US-Team gingen elf verloren, nur eines gewann Frankreich vor 21 Jahren. «Wir werden nicht loslassen und nachgeben, egal, was passiert», kündigte Frankreichs Mittelfeldspielerin Camille Abily an. «Mit dem Teamgeist werden wir weitere Kräfte freisetzen.» Der glückliche Viertelfinalsieg gegen England im Elfmeterschießen gibt Mut. Dennoch warnt die 26-Jährige von Olympique Marseille: «Die USA sind für mich die Nummer eins der Welt. Das wird schwer, aber wir glauben an uns.»

Große Motivationskünste wird Bruno Bini nicht brauchen, um der «Equipe Tricolore» gegen die USA Beine zu machen. «Es ist nun ihre Sache», meinte der französische Nationaltrainer, der nach der schon geschafften Olympia-Qualifikation mindestens einen weiteren Erfolg einkalkuliert hat: «Wir gehören zu den vier besten Teams der Welt und wollen noch zwei weitere gute Spiele bei dieser WM bestreiten.»

Die USA sind seit Bestehen der Frauen-WM Dauergast in der Runde der letzten Vier und wurden 1991 und 1999 Weltmeister. «Frankreich hat ein gutes Team, aber wir sind jetzt der Topfavorit und nehmen das auch an», sagte US-Verteidigerin Alex Krieger, die eine der Besten im Viertelfinal-Krimi mit Elfmeterschießen gegen Brasilien war. «Wenn man im Halbfinale ist, will man auch ins Endspiel einziehen.» Die von 2007 bis März 2011 beim 1. FFC Frankfurt spielende 26-Jährige warnt aber auch vor Hochmut: «Ein Selbstläufer wird es nicht.»

Für Abby Wambach, die das US-Team in der Nachspielzeit der Verlängerung gegen Brasilien mit dem 2:2-Ausgleich vor dem Aus bewahrte, ist alles, was noch kommt ein willkommenes Plus - kein Muss. «Wenn wir den Titel gewinnen, wird es der wichtigste meiner Laufbahn», sagte sie. «Wenn wir ihn nicht holen, ist es auch nicht schlimm, denn wir haben Brasilien geschlagen und das wird für immer bleiben.» Alles, was noch komme, sei «nur noch Bonus». Wambach: «Denn wir waren gegen Brasilien ja praktisch schon ausgeschieden.»

Frankreich hofft darauf, dass der eine Tag mehr Ruhe - «Les Bleues» spielten am Samstag, die USA 24 Stunden danach - ein wichtiger Pluspunkt ist. «Dadurch haben wir mehr Zeit zum regenerieren», meinte Bini. «Schließlich hat noch niemand eine Maschine erfunden, die es ermöglicht, in kürzester Zeit den erforderlichen Schlaf nachzuholen.» Seine US-Kollegin Pia Sundhage sieht keine Nachteil für ihr Team: «Es wird nicht auf die Fitness, sondern auf Taktik und Technik ankommen.»

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