Das schönste Geschenk zum 23. Geburtstag machte sich Célia Okoyino da Mbabi selbst – mit ihrem Tor gegen Kanada.

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Die pure Freude kennzeichnet den Jubel von Célia Okoyino da Mbabi nach ihrem Tor zum 2:0.

Die pure Freude kennzeichnet den Jubel von Célia Okoyino da Mbabi nach ihrem Tor zum 2:0.

dpa

Die pure Freude kennzeichnet den Jubel von Célia Okoyino da Mbabi nach ihrem Tor zum 2:0.

Berlin. Michael Fuchs steht allein. Allein unter Frauen. Näher als Fuchs, der die Torfrauen der Nationalmannschaft zu Höchstleistungen treibt, ist kein Mann den deutschen Fußballerinnen. Ein guter Geist unter all der Weiblichkeit soll er sein.

Am Montag, als Célia Okoyino da Mbabi einen Tag nach dem 2:1-Auftaktsige gegen Kanada ihren 23. Geburtstag feierte, schlüpfte Fuchs vor der Abreise am Mittag nach Frankfurt wieder in diese Rolle.

Er hielt eine Geburtstagsrede auf die junge Frau vom SC Bad Neuenahr. Fuchs macht das traditionell, er sagt nette Dinge – und verschweigt auch manch unangenehme Anekdote nicht.

Célia Okoyino da Mbabi: Ich hätte mich auch ins Tor gestellt

Der Inhalt ist ein gut gehütetes Geheimnis. „Das macht er immer ganz toll“, sagt Bundestrainerin Silvia Neid. Zu den Worten des Torwarttrainers wird Kuchen gereicht und ein Ständchen dargebracht. Harmonie pur. „Gediegen und schön“, nennt es da Mbabi selbst.

Die guten Tage für da Mbabi häufen sich. Den besonderen hat sie am Sonntag erlebt. In Berlin. In der Mitte des deutschen Offensivspiels beim WM-Auftakt. Da, wo sie am liebsten spielt. „Glauben Sie mir“, sagte da Mbabi nach dem Spiel, „wenn man hier vor 75 000 Zuschauern spielt, da hätte ich mich auch ins Tor gestellt.“

Geboren: 27. Juni 1988 in Bonn

 

Vereine: TuS Germania Hersel (1993-2000), SC Widdig (2000-2001), TuS Pützchen 05 (2002-2003), FC St. Augustin (2003-2004), SC 07 Bad Neuenahr seit 2004)

 

Position: Offensives Mittelfeld

 

Bundesligaspiele: 97 (76 Tore)

 

Länderspiele: 55 (10 Tore)

 

Abitur: 2007

 

Studium: Kulturwissenschaft

Ihre famose Lockenpracht war durch einen riesigen Kopfhörer gebunden, da Mbabi war, wie sie spielt: gut gelaunt, überschwänglich. Es läuft einfach, seit Wochen. Die WM-Vorbereitung nutzte sie, erkämpfte sich einen Stammplatz, und wer in Berlin auf das deutsche Offensivspiel schaute, der entdeckte die beste deutsche Technikerin in der Mitte des Spiels.

Managerin Fitschen: Sie hat eine tolle Entwicklung hinter sich

Dort, wo eigentlich Birgit Prinz das Sturmspiel von Inka Grings vorbereiten sollte. Aber Grings saß auf einmal auf der Bank, Prinz rückte in die Spitze – und da Mbabi war da, wo sie immer sein wollte. „Sie hat eine tolle Entwicklung hinter sich“, sagte Managerin Doris Fitschen. Eine, die in Bonn als Tochter eines Kameruners und einer Französin begann. Die auf ihre Staatsbürgerschaften verzichteten, um der Tochter die Möglichkeit zu eröffnen, mit 16 Jahren für Deutschland zu spielen.

„Célia“, so steht es auf dem Trikot ihres Vereins wegen des furchtbar langen Namens, ist fußballerisch flexibel wie keine andere. Ein Markenzeichen, das Neid schätzt. Der Generationenwechsel schreitet voran: da Mbabi für Grings, Alexandra Popp löste früh Prinz ab.

Sie ist Integrationsbotschafterin des Deutschen Fußball-Bundes

„Wir sind so eingespielt, da können wir kunterbunt durchwechseln“, sagt da Mbabi, die mit Marko Sasic, dem Sohn des Zweitliga-Trainers Milan Sasic vom MSV Duisburg liiert ist. Die kulturelle Vielfalt, die sich in ihrer Familie vereinigt, nutzt sie: da Mbabi studiert Kulturwissenschaften. Und ist Integrationsbotschafterin des DFB – zusammen mit Mesut Özil und Cacau.

Es scheint, als sei da Mbabi in den wichtigen Tagen des deutschen Frauenfußballs einfach da. Es ist ihre Chance auf lukrative Werbeverträge, auf das Gesicht des deutschen Frauenfußballs, auf eine andere Zukunft. Da Mbabi sagt: „Ich bin so fokussiert auf die WM, da hätte ich meinen Geburtstag fast vergessen.“ Michael Fuchs hat sie gestern daran erinnert.

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