Frankfurts Manager Siegfried Dietrich versteht die Reaktion von Bundestrainerin Silvia Neid nicht.
Frankfurts Manager Siegfried Dietrich versteht die Reaktion von Bundestrainerin Silvia Neid nicht.

Frankfurts Manager Siegfried Dietrich versteht die Reaktion von Bundestrainerin Silvia Neid nicht.

dpa

Frankfurts Manager Siegfried Dietrich versteht die Reaktion von Bundestrainerin Silvia Neid nicht.

Frankfurt/Main (dpa) - Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt, hält die Rücktrittsgedanken von Bundestrainerin Silvia Neid für eine «übereilte Reaktion». Sie müsse mit der Kritik realistisch umgehen.

Um die Kommunikation zwischen Clubs und Nationalmannschaft weiter zu verbessern, fordert Bundesliga-Sprecher Dietrich im Interview mit der dpa einen «runden Tisch», um für Nachhaltigkeit und Neuorientierung nach der WM zu sorgen.

Was halten Sie davon, dass Bundestrainerin Silvia Neid so kurz nach dem WM-Aus Rücktrittsgedanken öffentlich macht?

Dietrich: «Das ist aus meiner Sicht eine völlig übereilte Reaktion auf die momentane Kritik, mit der man auch nach Niederlagen realistisch umgehen muss. Sie sollte sich das gut überlegen.»

Neid ist als Trainerin verantwortlich für Erfolge, aber auch für das frühe WM-Aus. Wäre ein Rücktritt nicht die logische Konsequenz?

Dietrich: «Sicher muss sie sich fragen, was schief gelaufen ist. Einen intensive Aufarbeitung ist notwendig. Aber Silvia Neid hat einen hervorragenden Ruf und wahnsinnig viel für den Frauenfußball getan. Ich würde mich freuen, wenn sie eine noch engere Zusammenarbeit mit den Clubs anstrebt und wir uns gemeinsam auf eine positive Zukunft fokussieren.»

Erwarten Sie ein Ende des Booms nach dem frühen Aus bei der Heim-WM?

Dietrich: «Nein, ich sehe weiter erstklassige Perspektiven, dass der deutsche Frauenfußball mit der neu gewonnen Popularität in neue Dimensionen vorstößt und sich weiter etabliert. Nicht zuletzt die gigantische Medienpräsenz und die vielen Maßnahmen rund um die WM haben dafür gesorgt, dass sich viele Gesichter unserer Mannschaft bei einer breiten Öffentlichkeit eingeprägt haben und als Identifikations-Persönlichkeiten unseres Sports wahrgenommen werden.»

Wie geht es weiter?

Dietrich: «Wir sollten uns möglichst bald mit den positiven Aspekten beschäftigen und nach einer intensiven Analyse des WM-Auftritts unserer Mannschaft so schnell wie möglich auf neue Ziele konzentrieren. Niederlagen und verpassten Qualifikationen können wir nicht ewig nachtrauern. Und je schneller wir den Hebel wieder auf «Blick nach vorne» umlegen, umso leichter und besser kann mit der konkreten Arbeit begonnen werden.»

Was meinen Sie konkret?

Dietrich: «Da die Nationalspielerinnen Mitarbeiter der Vereine sind und die Professionalisierung auch hier fortschreitet, wünsche ich mir, dass die Zusammenarbeit zwischen der Nationaltrainerin und den Bundesligisten noch intensiver und effizienter wird. Eine optimierte Kooperation und Kommunikation könnte ein entscheidender Punkt dafür sein, dass unser Team bei den nächsten Länderspielen und bei der EM 2012 sowie WM 2015 wieder auf die Erfolgsstraße zurückfindet.»

Wie kann die Kooperation weiter verbessert werden?

Dietrich: «Ein runder Tisch aller Beteiligten wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das Motto muss sein: Die Nationalmannschaft lebt von den Vereinen und die Clubs profitieren von den Erfolgen der Nationalmannschaft. Ich bin sicher, dass ein intensiverer Schulterschluss auch die Bundesliga als stärkste Liga der Welt noch mehr in den Blickpunkt der Fans und der Medien rückt. Dann haben die Meisterschaft, der DFB-Pokal und die UEFA-Champions-League-Präsenz auch sehr bald einen noch höheren Stellenwert.»

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