Jack Warner hat der FIFA erneut Korruption vorgeworfen. Foto: Gary I Rothstein
Jack Warner hat der FIFA erneut Korruption vorgeworfen. Foto: Gary I Rothstein

Jack Warner hat der FIFA erneut Korruption vorgeworfen. Foto: Gary I Rothstein

dpa

Jack Warner hat der FIFA erneut Korruption vorgeworfen. Foto: Gary I Rothstein

Zürich (dpa) - Die FIFA hat die jüngsten Korruptionsvorwürfe des ehemaligen Vize-Präsidenten Jack Warner gegen Weltverbands-Chef Joseph Blatter zurückgewiesen.

Die Ausführungen des mittlerweile zurückgetretenen früheren Blatter-Stellvertreters enthielten «einige Ungenauigkeiten und Unwahrheiten», hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme der FIFA.

Warner hatte behauptet, im Gegenzug für Wahlkampf-Hilfe Blatters Fernsehrechte zum Spottpreis erhalten und diese mit viel Gewinn weiterverkauft zu haben. Die TV-Rechtevergabe habe «mit den Wahlkämpfen 1998 oder 2002 oder irgendwelchen anderen Wahlkämpfen nichts zu tun», schrieb die FIFA. «Das Gegenteil zu behaupten, ist falsch.»

Warner habe WM-Fernsehrechte schon 1986 erstmals für die symbolische Summe von einem Dollar vom damaligen FIFA-Vizepräsidenten Guillermo Canedo erworben und dies bei einer Sitzung des Exekutivkomitees am 30. November 2001 im südkoreanischen Busan auch so bestätigt. Aus einer Protokollnotiz dieses Exko-Meetings gehe hervor, dass Warner erklärt habe, die TV-Rechte dann an die Karibische Fußball-Union weiterverkauft zu haben, um damit die Entwicklung des Fußballs in der dortigen Region fördern zu wollen.

«Bis 1998 wurden TV-Rechte in vielen Gegenden (zum Beispiel in Afrika) von den Rechteinhabern für symbolische Summen vergeben», schrieb die FIFA dazu. Das System ermögliche es den Nationalverbänden, in ihren Ländern Fußballprojekte zu fördern.

Am 28. Dezember 2011 hatte Warner in einem öffentlichen Schreiben schwere Vorwürfe gegen Blatter und die FIFA wegen der TV-Deals erhoben. Der Ex-Funktionär aus Trinidad & Tobago war im Zuge der Korruptionsvorwürfe um die Präsidentschaftskandidatur von Mohamed bin Hammam im Juni zurückgetreten.

Für einen Dollar habe er die TV-Rechte für die WM 1998 erhalten - wohl als Dank für die Unterstützung Blatters im Wahlkampf gegen den Schweden Lennart Johansson um den FIFA-Chefsessel, schrieb Warner. Später habe er auch die Fernsehrechte für die Turniere von 2002 bis 2014 für geringe Beträge erhalten. Ähnliche Deals für 2018 und 2022 habe die FIFA in Aussicht gestellt, später aber zurückgezogen.

Die FIFA stellte dazu klar, dass alle Entscheidungen zu TV-Rechten für Weltmeisterschaften vom FIFA Marketing & TV AG Board, dem Finanz- und dem Exekutivkomitee diskutiert und beschlossen würden.

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