Generalsekretär Valcke prescht vor – der Weltverband will das noch nicht bestätigen. Fußball-Ligen protestieren.

Fussball
Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke

dpa

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke

Paris. Public Viewing im Wintermantel, ausgerüstet mit Keksen und Glühwein: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar wird wohl erstmalig im Winter und nicht wie üblich im Sommer ausgetragen. Das verkündete gestern Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke, der nach Fifa-Präsident Joseph Blatter wichtigste Funktionär des Weltverbandes.

Blatter will Kollision mit Olympia 2022 vermeiden

Es solle „zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar“ gespielt werden, sagte der Franzose dem Radiosender France Info – und ließ offen, ob dies in der Saison 2021/22 oder 2022/23 geschehen solle. Valcke löste damit ein mittelschweres Diplomatie-Erdbeben aus. Die Fifa dementierte kurz darauf eine Entscheidung. Sie werde erst nach der WM in Brasilien in diesem Sommer getroffen, außerdem obliege diese dem Exekutivkomitee. „Der Beratungsprozess bekommt die notwendige Zeit“, teilte die Fifa mit. Auch das deutsche Fifa-Exekutivkomitee-Mitglied Theo Zwanziger sagte, es gebe noch keinen Beschluss. „Auch wenn die Tendenz klar scheint.“

Möglicherweise präsentierte der Franzose Valcke die Wunschlösung des Verbandes und seines Chefs. Sollte die WM tatsächlich in den Winter verlegt werden, müssten die europäischen Fußball-Ligen ihre Spielpläne neu aufstellen. Vor allem Wintersport-Verbände laufen Sturm gegen die Idee. Fifa-Chef Blatter will eine Kollision mit den Olympischen Winterspielen im Februar 2022 vermeiden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer