Die Mehrzahl der Anhänger wünscht sich, dass eine Saison in einem Kalenderjahr ausgespielt wird.

Umfrage
Das Winterwetter lässt keinen normalen Spielbetrieb zu.

Das Winterwetter lässt keinen normalen Spielbetrieb zu.

dpa

Das Winterwetter lässt keinen normalen Spielbetrieb zu.

Berlin. Winterfußball – nein, danke. Die klirrende Kälte hat den Fans die Lust auf Fußball gründlich verdorben. Die immer wieder diskutierte Streichung der Winterpause in der Bundesliga ist nach Wochen mit Eis und Schnee in diesem Jahr überhaupt kein Thema mehr. Im Gegenteil: Mehr als die Hälfte der Fußball-Anhänger ist derzeit sogar für eine Spielplan-Revolution und wünscht sich die Umstellung auf das Kalenderjahr. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Nur ein Drittel der Befragten ist für den alten Turnus

53 Prozent der an Fußball interessierten Deutschen sprechen sich für den bislang nur in Skandinavien und Russland üblichen Rhythmus mit einem Saisonstart im März und einer Meister-Kür im November aus. Eine lange Unterbrechung in den Wintermonaten wäre dann möglich. Nur ein Drittel (33 Prozent) ist weiterhin für den Turnus von August bis Mai. Auch unter allen Befragten wollen mehr Deutsche einen Spielplan-Wandel (44:29 Prozent).

Eine schnelle Änderung ist aber so gut wie ausgeschlossen. Der an den internationalen Spielplan gekoppelte Rahmenterminkalender ist bis Sommer 2012 beschlossen. Auch danach wird sich vorerst wohl wenig tun. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) dürfte die Zahlen dennoch interessiert zur Kenntnis nehmen. Kommentieren wollte man die Quoten dort aber nicht.

Die Fans bekommen Unterstützung aus der Bundesliga

Unterstützung bekommen die Fans aus der Bundesliga. „Ich bin sehr dafür, die Saison im Kalenderjahr zu spielen. In den schönsten Monaten des Jahres, von Mitte Mai bis Mitte August, stehen die Stadien leer. Ich würde für eine lange Winter- und eine kurze Sommerpause plädieren“, sagt VfL Wolfsburg-Manager Dieter Hoeneß. Die WM 2022 in Katar soll nicht nur nach dem Willen von Beckenbauer wegen der Sommerhitze auf den Jahresbeginn vorgezogen werden. „Man sollte über eine andere Lösung nachdenken. Im Januar/Februar herrschen dort angenehme 25 Grad“, sagte Beckenbauer. Mit dem Großereignis zur ungewohnten Zeit könnte eine grundlegende Saison-Änderung einhergehen.

Franz Beckenbauer macht eine vollständige Kehrtwende

Noch vor einigen Jahren hatte sich Beckenbauer für eine Streichung der Winterpause ausgesprochen. „Wir sind das einzige Land der Top-Nationen, das sich eine Sommer- und Winterpause leistet. Die Engländer spielen ja sogar an Weihnachten. Ich bin überzeugt, bald fällt die Winterpause auch bei uns weg“, sagte der „Kaiser“ im Jahr 2004.

Heute hat sich die Stimmung gewandelt. 74 Prozent der an Fußball interessierten Deutschen lehnen eine Streichung der Winterpause ab. 60 Prozent aller Befragten sind für eine generelle Absage von Spielen bei Frost und Schneefall. Und die Trainer fordern aus sportlichen Gründen ohnehin eine längere Winterpause. Die England-Variante ist für die Fans dagegen keine attraktive Alternative. Nur 26 Prozent der Befragten wünschen sich Spiele an den Festtagen und zu Neujahr.

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