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Herbert Fandel, will dass die Schiedsrichter mehr durch Körpersprache auffallen.

Herbert Fandel, will dass die Schiedsrichter mehr durch Körpersprache auffallen.

dpa

Herbert Fandel, will dass die Schiedsrichter mehr durch Körpersprache auffallen.

Mainz (dpa) - Die Schiedsrichter der 1. und 2. Fußball-Bundesliga wollen in der Rückrunde noch bessere Leistungen zeigen. Teamarbeit mit der optimalen Nutzung des Headsets soll ebenso dazu beitragen wie eine bessere Körpersprache, in der künftig jede aggressive Gestik bei Entscheidungen fehlen soll.

Zudem sollen regeltechnische Feinheiten einheitlich durchgesetzt werden. «Wir sind auf einem guten Weg zu mehr Professionalität, aber es geht nur Schritt für Schritt», sagte der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission, Herbert Fandel, bei der Halbzeittagung in Mainz.

Der Konzertpianist aus Kyllburg leitete selbst den Tagungsschwerpunkt Körpersprache und Außenwirkung. «Gerade in sehr kniffligen Situationen müssen wir auch bereit sein, das Gespräch zu suchen, um noch einen Lösungsweg zu finden», sagte Fandel. Der ehemalige FIFA-Referee ist seit einem halben Jahr oberster Schiedsrichter im Land und will im Sommer seinem Vorgänger Volker Roth auch international in die UEFA-Gremien folgen.

Aggressive Gestiken will Fandel von den Unparteiischen nicht mehr sehen. «Wir müssen uns immer hinterfragen. Wie wirkt das auf die Spieler, auch die Zuschauer. Theatralisches Verhalten ist nicht förderlich für die Schiedsrichter.»

Verbesserungspotenzial sieht Fandel auch bei Deutschlands Vorzeige-Schiedsrichter Wolfgang Stark, der in einer Umfrage unter Bundesliga-Profis zum schlechtesten Unparteiischen gewählt worden war. «Ihm ist das sicher auch unangenehm. Er wird über sich nachdenken. Doch er gehörte zu den Besten bei der WM, wurde gerade für das Spiel Frankreich gegen Brasilien angefordert, das zeigt seinen Stellenwert. Aber er muss sich auch mit solchen Dingen beschäftigen», erklärte Fandel.

Intensiv seien die Schiedsrichter in den vergangenen Monaten von Beobachtern und sogenannten Coaches begutachtet worden. Fehler wurden schonungslos aufgedeckt, besprochen und Lösungswege angeboten. «Wir gehen die Sache mit großer Offenheit an. Es gibt keinen Grund, sich in die Ecke zu stellen. Wer fachlich an uns herantritt, erhält auch Antwort», betonte Fandel.

Er empfahl auch einen gelassenen Umgang mit Kritik aus den Vereinen oder von Trainers. «Man muss prüfen, ob die Kritik berechtigt ist. Die Trainer stehen unter enormen Druck. Auch wir reagieren unter Druck manchmal nicht richtig. Doch es darf nicht persönlich werden», meinte der ehemalige Unparteiische.

«Vieles war gut, aber längst nicht alles», erklärte Lutz Michael Fröhlich. Kritische Entscheidungen habe es am 3. sowie zwischen dem 13. und 15. Spieltag gegeben. «Wir müssen noch größeren Schwerpunkt auf die Teamarbeit legen. Der Einsatz der Headsets ist noch nicht ausgereift. Das müssen wir weiter intensiv schulen», sagte der Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund.

Lob verteilte auch Hellmut Krug, der bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) für das Schiedsrichterwesen verantwortlich zeichnet. «Wir sind zufrieden mit dem, was entstanden ist. Ein Prozess zu mehr Professionalisierung hat begonnen, aber wir brauchen noch Zeit», meinte Krug.

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