Düsseldorf (dpa) - Fanbeauftragte der deutschen Proficlubs haben sich für eine stärkere Ächtung von Gewalt im Fußball ausgesprochen, aber auch für mehr Sachlichkeit in der Diskussion über das wachsende Problem geworben.

«Kriminelles Handeln wie Überfälle, Angriffe auf Unbeteiligte, das Aufbrechen von Räumlichkeiten müssen endlich geächtet werden. Das könnt aber nur ihr gemeinsam tun», hieß es in einer Erklärung der Fanbeauftragten-Sprecher an die Anhänger.

In der Mitteilung wurde die mitunter vorherrschende Toleranz gegenüber Gewalttätern innerhalb der Anhängerschar verurteilt: «Jeder von euch kann es nachlesen, die Hardliner erheben die Stimme und fordern Dinge, die eure Fankultur bedrohen. Sie können dies fordern, weil ihr es zugelassen habt, dass sich in euren Reihen Leute tummeln, denen es bevorzugt um ihren kurzfristigen eigenen Spaß und nicht um die wirklichen Inhalte und Ziele eurer Kultur geht.»

Die Fanbeauftragten machten sich aber auch für mehr Sachlichkeit in der Diskussion um Gewalt stark und bezeichneten die Berichterstattung mitunter als «hysterisch»: «Natürlich sind die Gewalttaten rund um den Fußball gestiegen und natürlich gibt es einzelne Vorfälle, die nicht nur uns völlig zurecht Sorge bereiten. Aber noch immer sind die Fußballstadien in Deutschland sichere Orte. Manch Volksfest dürfte deutlich gefährlicher sein, ohne dass es hierfür Spezialeinheiten und ganzseitige Berichterstattungen über Ausschreitungen gibt», heiß es weiter.

Die Dialogbereitschaft der Vereins- und Verbandsvertreter sei verbesserungsbedürftig: «Uns als Fanbeauftragte hat aber bisher noch niemand gefragt. Komplexe Probleme werden nicht durch einfache Antworten gelöst.»

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