Stürmerstar
Der Kolumbianer Radamel Falcao wird wegen seiner Torgefahr «der Tiger» genannt. Foto: Alberto Martin

Der Kolumbianer Radamel Falcao wird wegen seiner Torgefahr «der Tiger» genannt. Foto: Alberto Martin

dpa

Der Kolumbianer Radamel Falcao wird wegen seiner Torgefahr «der Tiger» genannt. Foto: Alberto Martin

Lissabon (dpa) - Ein «Tor-Tiger» setzt zum ganz großen Sprung an: Rekordtorschütze Radamel Falcao will das Kunststück von 2011 wiederholen und nach dem FC Porto nun Hannover-96-Bezwinger Atlético Madrid am Donnerstag ins Finale und dann auch zum Titel der Europa League schießen.

Nach Medienberichten stehen europäische Fußball-Topclubs beim Atlético-Sitz am Madrider Manzanares-Fluss bereits Schlange, um den 26-jährigen Kolumbianer anzuheuern. Barcelonas Trainer Pep Guardiola kann das verstehen: «Im Strafraum ist Falcao der Beste der Welt.»

Nach dem 4:2-Heimsieg mit zwei tollen Toren des «El Tigre» treten die «Colchoneros» (die «Matratzenmacher») aus Madrid im Halbfinal-Rückspiel beim FC Valencia an. Im zweiten iberischen Duell will Athletic Bilbao gegen Sporting Lissabon vor eigenem Publikum das 1:2 vom Hinspiel wettmachen und für ein rein spanisches Finale sorgen. Nicht nur Millionen Fans in Spanien und Portugal sind nervös. «Der Gedanke an die Europa League lässt mich weder schlafen noch essen, ich habe nur ein Ziel: das Endspiel am 9. Mai in Bukarest», sagt Arda Turan. Der Türke bezeichnet Sturmkollege Falcao als «einzigartig».

In der Tat: Falcao hatte vergangene Saison bereits den FC Porto im Alleingang zum EL-Titel geschossen und dabei mit 17 Treffern den 15 Jahre alten Rekord von Jürgen Klinsmann gebrochen. In zwei Spielzeiten kommt er inzwischen auf 27 Europacup-Tore, ist damit erfolgreicher als Weltfußballer Lionel Messi (26). Falcaos Tore machten Atlético mit 15 Siegen zum neuen europäischen Rekordhalter vor dem FC Porto (14 Siege in der EL 2011/12) und Barcelona (13 in der Champions 2002/2003). «Ist er der beste Stürmer Europas?», fragte das Fachmagazin «So Foot».

Neben Real Madrid und Barcelona sollen auch der FC Chelsea, Manchester City oder Paris Saint-Germain den Mann aus Karibik-Badeort Santa Marta verpflichten wollen. Atlético, das Falcao für 40 Millionen holte, wird ihn für weniger als 60 Millionen nicht ziehen lassen. «Er kann noch besser werden», sagt Coach Diego Simeone. Auch die Skeptiker, die Falcao in Spanien noch vor einigen Monaten «mangelhafte Technik» vorgeworfen hatten, bejubeln die zumeist spektakulären Tore des tiefreligiösen Mannes. Falcao verschwendet (noch) keine Gedanken an seine Zukunft. «Ich träume nachts vom Finale in Bukarest», sagt er.

Davor muss Atlético, das den UEFA-Cup-Nachfolgewettbewerb 2010 gewann, die «Hölle von Mestalla» überstehen. Valencia, UEFA-Cup-Sieger 2004, gewann seine letzten fünf Europacup- Begegnungen, schoss dabei 19 Tore. Coach Unai Emery setzt auf Nationalstürmer Roberto Soldado, der an die Fans appelliert: «Mit Euch können wir es schaffen!»

Nach Manchester United und Schalke 04 will Bilbao im Sao-Mames-Stadion Sporting Lissabon ausschalten und das erste spanische UEFA-Cup-Finale nach 2007 (Sevilla-Sieg über Espanyol Barcelona) garantieren. Der Club, der nur Basken einsetzt, bangt um den Einsatz des an einer Augenentzündung leidenden Jungstürmers Iker Muniain, will aber nach der UEFA-Cup-Niederlage 1977 gegen Juventus Turin das zweite europäische Finale seiner 114-jährigen Geschichte erreichen. Sporting kann aber den zuletzt angeschlagenen Spielmacher Matías Fernández wieder einsetzen, und Kapitän Daniel Carriço warnt: «In unserer derzeitigen Verfassung sind wir nur schwer zu schlagen.»

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