Warum der traditionsreiche Fußball-Viertligist dem 70-Jährigen einen neuen Spielerpass besorgt hat.

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Der junge Willi "Ente" Lippens. Sein berühmter Dialog mit dem Schiedsrichter ist ein Teil Fußballgeschichte.

Der junge Willi "Ente" Lippens. Sein berühmter Dialog mit dem Schiedsrichter ist ein Teil Fußballgeschichte.

Der neue Spielerpass für Lippens - und das mit 70 Jahren.

Witters, Bild 1 von 2

Der junge Willi "Ente" Lippens. Sein berühmter Dialog mit dem Schiedsrichter ist ein Teil Fußballgeschichte.

Essen. Helmut Rahn, Ente Lippens, Horst Hrubesch oder auch der am Montag verstorbene Günter Fürhoff: Sie sind Fußball-Größen, die Rot-Weiss Essen in seiner großen Zeit hervorgebracht hat, mit der sich Tradition begründen und noch heute manches Fan-Herz erwärmen lässt.

Die Essener Gegenwart ist Abstiegskampf in der viertklassigen Regionalliga, Platz 13. Vielleicht hat RWE deswegen in der Vergangenheit gekramt: Der Club hat Willi „Ente“ Lippens einen Spielerpass besorgt – und könnte das 70 Jahre alte Unikum zum Gegenstand der Gegenwart machen. Ein Marketing-Gag, ein verspätetes Geburtstagsgeschenk an den Fußball-Rentner, wohl eher nicht eine Verzweiflungstat vor dem Rückrundenstart gegen den 1. FC Köln II am Sonntag (14 Uhr).

Lippens hat seine Profi-Karriere vor 51 Jahren an der Hafenstraße begonnen, jetzt gehört er wieder zur Mannschaft, dürfte an Pflicht- und Freundschaftsspielen teilnehmen. Auch wenn er an den Übungseinheiten von Trainer Jan Siewert nicht teilnimmt. Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) hat mitgespielt und grünes Licht gegeben, Lippens erhält bei den Bergeborbeckern die Rückennummer 70. „Wenn er tatsächlich spielen will, müsste er noch auf die offizielle Spielerliste. Das ist aber nur ein formaler Akt“, sagte WFLV-Sprecher Roland Leroi.

Lippens will eigentlich noch einmal für RWE auflaufen

RWE-Boss Michael Welling lobt den Ausnahmefußballer von einst, der auf dem Lippenshof in Bottrop lebt: „Willi Lippens hat seine Regionalliga-Tauglichkeit mit 107 Toren in 155 Spielen in dieser Spielklasse bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Als Typ passt er hervorragend in das Konzept unserer Mannschaft.“

Lippens selbst hat „immer gesagt, dass ich davon träume, noch einmal für Rot-Weiss Essen auf dem Platz stehen und vor diesen Fans spielen zu können“. Auf dem Bierdeckel werde er die Gegenspieler noch ausspielen, sagt Lippens, dessen größter Fußball-Dialog so geht: Schiedsrichter zu Lippens: „Ich verwarne Ihnen!“ Lippens Antwort: „Ich danke Sie!“ Legendär.

Für Rot-Weiss Essen schoss er zwischen 1965 und 1976 107 Regionalliga-Tore. Hinzu kamen 23 Tore in 67 Zweitligapartien sowie 79 Tore in 172 Spielen der Fußball-Bundesliga. Für Borussia Dortmund traf Lippens zwischen 1976 und 79 in 70 Spielen 13 Mal. Geschichte. Oder doch nicht?

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