Dortmunds Ex-Stürmer zeigt eine außergewöhnliche Leistung. Borussias Offensive bleibt auch vor dem Pokalspiel gegen Hoffenheim zu harmlos.

Robert Lewandowski
Der Ex-Dortmunder Robert Lewandowski köpfte die Bayern zum 1:0-Sieg beim BVB. Foto: Friso Gentsch

Der Ex-Dortmunder Robert Lewandowski köpfte die Bayern zum 1:0-Sieg beim BVB. Foto: Friso Gentsch

dpa

Der Ex-Dortmunder Robert Lewandowski köpfte die Bayern zum 1:0-Sieg beim BVB. Foto: Friso Gentsch

Dortmund. Der Motor des Mannschaftsbusses lief längst. Die Bayern hatten es eilig. Aufgabe erledigt, Punkte geholt – jetzt schnell in den Flieger und ab nach Hause. Nur einer ließ sich Zeit. Robert Lewandowski sprach, lachte, gestikulierte, erklärte. Der 26-jährige Stürmer des FC Bayern München war nach dem 1:0 (1:0)-Sieg beim Borussia Dortmund der gefragteste Interviewpartner. Hatte der polnische Nationalspieler an früherer Wirkungsstätte doch nicht nur für den Treffer des Tages gesorgt (36.), sondern sein bislang bestes Spiel im Trikot des deutschen Rekordmeisters gezeigt.

„Es war knapp, und wir mussten bis zum Ende kämpfen“, sagte Lewandowski gewohnt bescheiden. Er hätte auch sagen können: Ich bin aufgeblüht, weil die Spielweise mir viel mehr entgegengekommen ist. Mit Arjen Robben und Franck Ribery fehlte dem Tabellenführer die Flügelzange – weshalb Trainer Pep Guardiola diesmal auf ein 3-5-2-System gesetzt hatte. Ein Fall für Lewandowski, der viel mehr ins Spiel eingebunden wurde, sich deutlich besser in Szene setzen konnte. „Er hat einfach eine gewisse Klasse, das wissen wir in Dortmund“, sagte BVB-Abwehrchef Mats Hummels, der das entscheidende Duell gegen seinen einstigen Mannschaftskameraden verloren hatte.

Reus und Aubameyang tauchen viel zu oft ab

Eine Klasse, nach der man beim Schwarz-Gelb in der vordersten Reihe in diesem Jahr über weite Strecken vergeblich sucht. Wo sich Lewandowski ganz bewusst in die Zweikämpfe stürzt, tauchen Marco Reus und Pierre- Emerick Aubameyang gerne mal ab. Verstecken sich. Vermeiden die Körperkontakte, die wehtun könnten. Das war auch am Samstag so, als der BVB im vierten von fünf Pflichtspielen in Folge ohne Torerfolg blieb. Einschussmöglichkeiten? Es gab fast keine. Einmal knallte Marco Reus aus spitzem Winkel ans Außennetz. Und seinen Klasse- Freistoß kurz vor dem Abpfiff entschärfte Schlussmann Manuel Neuer in noch besserer Weise.

Das war‘s für die Dortmunder, die sich am heutigen Dienstag eine neuerliche Nullnummer nicht leisten können – im DFB-Pokal- Viertelfinale gegen Hoffenheim müssen sie treffen. Wenn sie denn im Wettbewerb bleiben wollen. „Wir sollten unsere Gemütslage nicht an einem Spiel gegen Bayern München festmachen“, versuchte Trainer Jürgen Klopp, den Druck von seinem Team zu nehmen. Wobei ihn ein nicht gegebener Elfmeter kurz vor Schluss schon wurmte. Xabi Alonso hatte Pierre-Emerick Aubameyang im Strafraum auf den Fuß getreten. „Ein klarer Fall“, sagte Klopp.

Zu dem Zeitpunkt hockten die Bayern längst in der Kabine und feierten einen Mann, der nach 371-tägiger Verletzungspause sein Comeback gefeiert hatte. Nach 68 Minuten war Thiago eingewechselt worden – und hatte gleich wieder gezeigt, was für ein exzellenter Fußballer er ist. Ein Pass aus dem Fußgelenk? Eine elegante Körpertäuschung? Kein Problem für den 23-jährigen Spanier. Er könnte im Saisonendspurt für die Bayern noch Gold wert sein. „Ich habe sogar geweint“, sagte Thiago gerührt.

Das wird man in Dortmund auch. Sollte das Pokalspiel gegen Hoffenheim heute Abend verloren gehen. Der Weg in den Europacup führt für Dortmund wohl nur noch über den Pokal. Zunächst einmal muss aber die Viertelfinalhürde übersprungen werden – und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat durchaus Respekt vor Hoffenehiem: „Ich warne davor, uns bereits im Halbfinale zu sehen.“

Hummels hofft auf eine gefährlichere BVB-Offensive

In einer Videositzung wollten sich Klopp und Co. anschauen, wie sie das Spiel gegen die TSG angehen wollen. Das gedenken sie mit der gleichen kämpferischen Einstellung wie gegen den Branchenprimus aus München, aber einer „durchsetzungskräftigeren Offensive“ zu tun, wie Hummels forderte.

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