Die beiden Sportwissenschaftler Daniel Memmert und Benjamin Noël von der Sporthochschule in Köln haben sich mit dem Mythos "Strafstoß" beschäftigt.

RB Leipzig - Bayern München
Sven Ulreich hält den von Leipzigs Timo Werner geschossenen Elfmeter.

Sven Ulreich hält den von Leipzigs Timo Werner geschossenen Elfmeter.

Hendrik Schmidt

Sven Ulreich hält den von Leipzigs Timo Werner geschossenen Elfmeter.

„Der gefoulte Spieler sollte nicht den Elfmeter schießen…“ Das ist eines dieser ungeschriebenen Gesetze des Fußballs, das zitiert wird, wenn der zum Elfmeter antritt, an dem der Strafstoß verwirkt wurde.

Stimmt´s eigentlich? Diese Frage stellten sich die Sportwissenschaftler Daniel Memmert und Benjamin Noël von der Sporthochschule in Köln. Und noch zig andere rund um Mythos des Elfmeters, der durch Elfmeterschießen an Bedeutung gewonnen hat.

Über 130 wissenschaftliche Studien, die sich in den letzten 30 Jahren weltweit mit Fragen zum Elfmeter beschäftigt haben, wurden von dem Kölner Duo ausgewertet und zusammengeführt. Herausgekommen ist ein kleines, aber feines Buch, dass nicht nur Fußballfreunde interessieren wird, sondern auch Trainern, Spielern und Torhütern helfen kann. Hat die Mannschaft, die im Spiel einen Rückstand aufholte, im Elfmeterschießen ein Plus? Ja, ein kleines! Beeinflusst der ausgiebige Jubel nach einem verwandelten Elfmeter den nächsten Schützen der eigenen Mannschaft? Ja, und zwar positiv! Sollte der Torhüter am besten in der Mitte des Tores stehen? Nein!

Das sind nur drei von 32 Fragen, die – mit Bildern bekannter Elfmeter und aussagekräftiger Graphiken illustriert – beantwortet werden. Im Vorwort bedankt sich der Torwarttrainer Andreas Köpke, für die Dokumentation. Ach ja: Gefoulte Spieler haben annähernd die gleiche Trefferquote wie andere. hp

Elfmeter. Die Psychologie des Strafstoßes, Daniel Memmert und Benjamin Noël, Hogrefe Verlag, Göttingen, Taschenbuch, 134 Seiten, 19,95 Euro

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