Stolz
Trainer Jürgen Klopp (r) ist nach dem entscheidenden Elfmeter von Ivan Perisic (M) von seinem BVB begeistert. Foto: Friso Gentsch

Trainer Jürgen Klopp (r) ist nach dem entscheidenden Elfmeter von Ivan Perisic (M) von seinem BVB begeistert. Foto: Friso Gentsch

dpa

Trainer Jürgen Klopp (r) ist nach dem entscheidenden Elfmeter von Ivan Perisic (M) von seinem BVB begeistert. Foto: Friso Gentsch

Düsseldorf (dpa) - Am Ende des Kraftaktes humpelte selbst der Trainer. Im Jubel über das 5:4 seiner Dortmunder Notelf im Elfmeterkrimi gegen Fortuna Düsseldorf zog sich Jürgen Klopp eine Muskelverletzung zu.

Dieses Missgeschick tat seiner guten Laune jedoch keinen Abbruch: «Stolzer als ich kann noch nie ein Trainer auf seine Mannschaft gewesen sein.» Auch Minuten nach dem denkwürdigen Pokalkampf stand der Fußball-Lehrer noch immer mächtig unter Strom: «Es war ein Spiel, das in die Vereinsgeschichte eingehen wird. Wir nehmen das auf - und werden es nie vergessen.»

Gewinnt der deutsche Meister gegen einen Zweitligisten, gilt das gemeinhin als standesgemäßer Sieg. Und doch bejubelten die Borussen den Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals außergewöhnlich euphorisch. Schließlich deutete die Dramaturgie lange Zeit auf einen missratenen Schlussakt des grandiosen Fußball-Jahres hin. Als wären die Personalprobleme mit einem halben Dutzend verletzter Profis nicht groß genug, musste der BVB auch noch den kurzfristigen Ausfall von Shinji Kagawa verkraften, der beim Aufwärmen über Magenprobleme klagte. «Fast alle Vorzeichen haben gegen uns gesprochen», kommentierte der in der Schlussphase auf die Tribüne verbannte Klopp.

Angeführt vom überragenden Mats Hummels meisterte der Bundesliga-Zweite zudem den frühen Platzverweis von Patrick Owomoyela und überstand immerhin 86 der 120 torlosen Minuten schadlos. Zwar mangelte es an spielerischer Klasse, nicht aber an taktischer Disziplin und Laufbereitschaft. Der in der Not als Innenverteidiger eingesetzte Gelb-Rot-Sünder Owomoyela empfand Dankbarkeit: «Mir sind tausend Steine vom Herzen gefallen. Ich habe leider dafür gesorgt, dass es die Mannschaft sehr, sehr schwer hatte.»

Im spektakulären Showdown vom Punkt, als Schiedsrichter Manuel Gräfe die Elfmeter des Dortmunders Jakub Blaszczykowski und des Düsseldorfers Andreas Lambertz wiederholen ließ, behielten die BVB-Profis die Nerven. Damit steht der Pokal-Finalist von 2008 erstmals seit vier Jahren wieder im Viertelfinale des Wettbewerbs. «Wir sind einer der Favoriten und wollen diesmal deutlich weiterkommen als 2008», sagte Nationalspieler Hummels mit einem verschmitzten Lächeln.

Die unglücklichen Verlierer des Abends konnten sich immerhin mit dem Applaus ihrer Fans trösten. Trotz des vergebenen Elfmeters von Thomas Bröker, der beim insgesamt vierten Fortuna-Versuch an BVB-Keeper Roman Weidenfeller scheiterte, feierte der Anhang den Zweitliga-Spitzenreiter. «Die Niederlage im Elfmeterschießen kann die großartige Leistung der Mannschaft nicht schmälern. Sie hat bundesweit Werbung für Düsseldorf betrieben» urteilte der Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth.

Der Stolz über die starke Leistung seines Teams half auch Norbert Meier ein Stück weit über den Frust hinweg. Leise Kritik, dass die heimstarke Fortuna die Gunst der Stunde nicht genutzt und im Duell mit dem dezimierten Gegner zu wenig riskiert habe, wollte der Düsseldorfer Trainer nicht gelten lassen. «Für mich war wichtig, dass die Jungs etwas leisten und nicht abgeschossen werden. Wir haben nicht gegen Laufkundschaft gespielt, sondern gegen den deutschen Meister.»

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