Angriffslustig
Der Koblenzer Trainer Petrik Sander will mit seinem Team für eine Überraschung sorgen.

Der Koblenzer Trainer Petrik Sander will mit seinem Team für eine Überraschung sorgen.

dpa

Der Koblenzer Trainer Petrik Sander will mit seinem Team für eine Überraschung sorgen.

Koblenz (dpa) - Das Wetter soll keine Rolle mehr spielen, wenn für Fußball-Drittligist TuS Koblenz gleich im ersten Spiel des Jahres der bisherige Saisonhöhepunkt ansteht. Eis und Schnee hatten das Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern am 21. Dezember noch ausfallen lassen.

Pünktlich zum Nachholtermin am Mittwoch um 19.00 Uhr hat sich nun sogar die Hochwasserlage rund um das Stadion entspannt. «Die Katastrophenschutz-Zentrale hat grünes Licht gegeben», sagte TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos.

Das einzige Rheinland-Pfalz-Derby der Saison ist vor allem für die TuS finanziell enorm wichtig. Schon das Erreichen das Achtelfinals hatte dem klammen Drittligisten einen unverhofften Geldregen beschert. Bei einem Einzug in die Runde der letzten Acht winken nun mindestens 1,2 Millionen Euro. Aber Loos will sich keinen Illusionen hingeben: «Die Chancen stehen 1:99, alles andere als ein Lauterer Sieg wäre eine Sensation», meinte er.

Trotzdem: Die Koblenzer glauben nach den Überraschungs-Erfolgen gegen die Zweitligisten Fortuna Düsseldorf (1:0) und Hertha BSC (2:0) an ihre kleine Chance im mit 15 000 Zuschauern ausverkauften Stadion Oberwerth. «Wir müssen es schaffen, mit mannschaftlicher Geschlossenheit die höhere individuelle Qualität des FCK zu kompensieren», sagte Trainer Petrik Sander. Bis auf Massimo Cannizzaro (Achillessehnenriss) kann er auf alle Spieler bauen. Auch der Ex-Lauterer Manuel Hornig hat sich nach langer Verletzungspause wieder ans Team herangearbeitet.

Aber auch die Pfälzer, die von rund 7000 Fans ins knapp 150 Kilometer entfernte Koblenz begleitet werden, treten praktisch in Idealbesetzung an: Torjäger Srdjan Lakic darf trotz Rot im Ligaspiel gegen den 1. FC Köln im Pokal auflaufen. Fehlen werden deshalb nur Stiven Rivic, Jan Simunek, Clemens Walch und Ilian Micanski. Dafür sind die in der Liga zuletzt gesperrten Alexander Bugera und Christian Tiffert wieder dabei.

So gibt es für FCK-Trainer Marco Kurz keine Ausreden. «Wir sind klare Favoriten, aber wir wissen auch um die Schwere der Aufgabe und wollen den Gegner auf keinen Fall unterschätzen», sagte er. Auch die etwas längere Winterpause der Koblenzer dürfe keinen Unterschied machen. Aus jüngerer Vergangenheit sind die Pfälzer allerdings gewarnt: Am 5. Oktober 2008 kassierten sie in Koblenz in der Zweiten Liga eine peinliche 0:5-Niederlage.

«Wir werden nicht den Fehler machen und Koblenz auf die leichte Schulter nehmen,» versprach Kurz, zumal auch die Lauterer das Geld aus dem Pokal zur finanziellen Konsolidierung gut brauchen könnten. Und auch die weiteren Pokal-Aussichten sind glänzend: Zwischen dem Sieger vom Mittwoch und dem Einzug ins Halbfinale steht eine Woche später nur noch Zweitligist MSV Duisburg. «Wenn wir in Koblenz mit derselben Einstellung spielen wie gegen den 1. FC Köln, werden wir gewinnen», versprach Mittelfeldspieler Ivo Ilicevic.

Voraussichtliche Aufstellungen:

TuS Koblenz: Paucken - D. Riemer, Kittner, Haben, Gentner - Pospischil, Brinkmann, Stahl - Bender, Steegmann, Rahn

1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Bugera - Tiffert, Petsos - Kirch, Moravek, Ilicevic - Lakic

Schiedsrichter: Rafati (Hannover)

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