Lotte kämpft um das Heimrecht - mit einem neuen Rasen?

SF Lotte - Borussia Dortmund
Lottes Trainer Ismail Atalan (l-r), Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Dortmunds Pressesprecher Sascha Fligge stehen vor der Spielabsage auf dem Platz

Lottes Trainer Ismail Atalan (l-r), Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Dortmunds Pressesprecher Sascha Fligge stehen vor der Spielabsage auf dem Platz

Lottes Trainer Ismail Atalan guckt auf die Anzeigetafel, als der Hinweis für die Zuschauer angezeigt wird, dass das Spiel abgesagt wurde.

Fußspuren sind im Rasen des FIRMO Stadion zu sehen, der durch Schneefall stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Fußspuren im Rasen.

Die Dortmunder Spieler, Marcel Schmelzer (l-r), Torwart Roman Bürki, Marco Reus, Felix Passlack, Erik Durm und Julian Weigl (l-r) gehen nach der Spielabsage zu den Fans in der Gästekurve.

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke steht nach der Spielabsage auf dem Spielfeld und guckt hinunter zum Rasen.

Das Hinweisschild mit der Absage.

Guido Kirchner, Bild 1 von 7

Lottes Trainer Ismail Atalan (l-r), Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Dortmunds Pressesprecher Sascha Fligge stehen vor der Spielabsage auf dem Platz

Lotte. Bekommt das Lotter Stadion einen neuen Rasen? Nach der Absage des Viertelfinalspiels im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund wegen der Schneefälle am Dienstagabend und der Unbespielbarkeit des Platzes wurde die Qualität des Grüns am Mittwoch ausführlich geprüft. Lotte will um sein Heimrecht kämpfen. Angeblich will der DFB bis Freitag bekannt geben, ob das Frimo-Stadion weiterhin als Austragungsort infrage kommt.

Am Tag danach sah der Rasen aus wie ein grüner Teppich. Nur zwei etwa einen halben Meter tiefe Löcher ließen Schlüsse darauf zu, dass sich etwas Besonderes tut. Offenbar prüfte „Greenkeeper“ Felix Meyer die Qualität des Untergrunds. Der Tenor nach der Absage des Viertelfinals des DFB-Pokals in Lotte bei den Verantwortlichen: Nach vorne schauen. Mehrere Medien meldeten den 14. März als Nachholtermin. Eine offizielle Bestätigung seitens des DFB lag bis Mittwochnachmittag nicht vor. Den Sportfreunden stehen jetzt insgesamt fünf englische Wochen bevor. Ein Kraftakt, der Einfluss auf den sportlichen Verlauf haben könnte.

„Wir können es sowieso nicht ändern. Wir warten darauf, was der DFB macht. Danach müssen wir uns richten“, sagte Klubchef Hans-Ulrich Saatkamp. Obmann Manfred Wilke erläuterte, was mit dem Rasen passiert. „Heute und morgen düngen wir, danach geht das ab hier.“ Ein Turbodünger soll dem Rasen zunächst mehr Belastungstauglichkeit und Stabilität geben. Von heute auf morgen wird das nicht möglich sein. Deshalb soll es Überlegungen geben, im Frimo-Stadion einen Rollrasen zu verlegen. Dazu wollte sich jedoch niemand äußern.

Der jetzigen Naturrasen ist laut Saatkamp vor ungefähr 30 Jahren ausgesät worden. Und der Platz verfügt über eine Drainage. Ein neuer Rasen dürfte bis zu 100 000 Euro kosten. Inzwischen wird spekuliert, wo ein Nachholspiel stattfinden könnte, wenn Lotte vom DFB aus dem Rennen genommen wird. Die Bremer Brücke des VfL ist offenbar kein Thema, auch weil es sich um ein anderes Bundesland handelt. Paderborn und Bielefeld sind in der Diskussion.

Gerrit Meinke, Geschäftsführer von Arminia Bielefeld, stellte am Mittwoch klar: „Wir haben bisher keine Anfrage, weder aus Lotte noch von Seiten des DFB. Grundsätzlich wäre es terminlich machbar, aber es ist immer eine Frage der Wirtschaftlichkeit für uns.“ Getauscht werden kann das Heimrecht nicht. Bei den Sportfreunden bleibt man gelassen. „Wir warten ab“, ist die allgemeine Auffassung.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte sich kritisch zu dem Austragungsort Lotte geäußert: „Man muss überlegen, ob man das dann wirklich wieder hier riskiert. Irgendwann gehen dann die Termine aus.“ Lotte-Coach Atalan gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass eine Wiederholung im eigenen Stadion stattfindet: „Das haben sich die Spieler und Zuschauer hier verdient.“ Für diesen Wunsch äußerte Watzke Verständnis: „Dass die versuchen, in ihrem Stadion zu spielen, ist das Legitimste der Welt. Aber man muss trotzdem konstatieren, dass der Platz sehr, sehr angegriffen ist.“

Das Geschehen sorgte auch am Mittwoch für reichlich Gesprächsstoff. Platzwart Fred Brandt reagierte enttäuscht. „Wir hatten uns so viel Mühe gegeben. Ich habe den Punkt im Mittelkreis extra stark bearbeitet, damit die Dortmunder so viele Anstöße wie möglich hätten machen können“, schmunzelte Brandt und blickte auf den Abend zuvor zurück. „Da war es so, als hätten wir das Spiel verloren.“

Die gesamte Führungsmannschaft versammelte sich am Mittag im Frimo-Stadion. „Ich glaube, die Entscheidung, das Spiel abzusagen war vertretbar“, sagte Vize-Vorsitzender Florian Heinrichs. Anderer Meinung war der 3. Vorsitzende Sven Westerhus. „So schlimm war es nicht. Der DFB hätte einer Austragung zustimmen können. Da hat wohl der BVB Einfluss genommen.“ Betreuer Can Özalp schloss sich dieser Meinung an. „Das ist so schade. Dienstag hätten wir sie packen können. Ob das in 14 Tagen noch der Fall sein wird? Ich weiß es nicht.“

Die meisten Fernsehsender hatten ihre Gerätschaften abgebaut. Die Trucks waren zurückgefahren. Ein Team von Sky News und der WDR waren noch vor Ort und beschäftigten sich auch noch einmal mit dem Hauptthema des Tages – dem Rasen. Gefragter Gesprächspartner: Jürg Rogatz. Er grub und schloss die Löcher im Rasen des Stadions.

Strom brauchte er nicht. Den hätten am Spielabend gerne die Imbissstände im Stadion gehabt. Offenbar wegen Überlastung konnten teilweise keine Pommes frittiert und verkauft werden. Es lag einiges im Argen bei den Sportfreunden. Das fing mit dem BVB-Bus an, der im Acker am Stadion steckenblieb und mit einem Trecker aus dem Morast gezogen werden musste. Und das endete mit der Spielabsage, die in Lotter Kreisen umstritten war. Es war ein gebrauchter Tag in Lotte. Die Sportfreunde arbeiten daran, dass die Wogen geglättet werden und der Rasen wieder bespielbar sein wird.

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