Dresdens Alexander Schnetzler (l) hebt den Ball über Leverkusens Torwart David Yelldell zum 4:3-Endstand.
Dresdens Alexander Schnetzler (l) hebt den Ball über Leverkusens Torwart David Yelldell zum 4:3-Endstand.

Dresdens Alexander Schnetzler (l) hebt den Ball über Leverkusens Torwart David Yelldell zum 4:3-Endstand.

dpa

Dresdens Alexander Schnetzler (l) hebt den Ball über Leverkusens Torwart David Yelldell zum 4:3-Endstand.

Dresden (dpa) - Trotz einer komfortablen Drei-Tore-Führung ist Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden durch das 3:4 (3:3, 2:0) nach Verlängerung sensationell bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert.

Das Team von Robin Dutt kassierte damit den ersten Pokalauftakt-K.o. seit 2007. Damals unterlag Bayer 0:1 beim FC St. Pauli. Zudem vermiesten die Sachsen dem früheren Freiburger Coach Dutt das Pflichtspiel-Debüt auf der Bayer-Bank.

Vor 25 959 Zuschauern hatten die Rheinländer nach den Toren von Eren Derdiyok (6.), Sidney Sam (12.) und André Schürrle (49.) das Ticket für die nächste Runde schon so gut wie in der Tasche. Doch eklatante Abwehrfehler brachten die fast die gesamte Spielzeit chancenlosen, aber kämpferisch starken Gastgeber wieder ins Spiel zurück. Sebastian Schuppan (68.) und Robert Koch (70. und 86.) erzwangen die Verlängerung, in der Alexander Schnetzler (117.) für die große Überraschung sorgte.

«Ich bin ein bisschen sprachlos und komme mir vor wie im falschen Film», sagte Bayer-Stürmer Stefan Kießling, der beim Stand von 3:0 für sein Team eingewechselt wurde. «Ich denke nicht, dass wir das verdient haben.» Das sah Dynamo-Coach Ralf Loose nach dem packenden Pokalfight ein bisschen anders. «Ich glaube, am Ende war der Sieg sogar verdient. Nach dem 2:3 haben wir den Glauben an uns gefunden und die stärkeren Nerven bewiesen.»

Dutt, der Kießling, Tranquillo Barnetta und Gonzalo Castro draußen ließ, hatte etwas überraschend auch Michael Ballack nicht für die Startformation berücksichtigt. Dafür liefen die Neuzugänge David Yelldell, der den verletzten Stammkeeper René Adler ersetzte, Ömer Toprak und Schürrle von Beginn an auf.

Bayer präsentierte sich eine Woche vor dem Bundesliga-Start gegen Mainz 05 bis zu den Gegentreffern in ansprechender Form. Die Werkself ließ den Ball laufen, war ständig in Bewegung - Dynamo kam nicht zum Zug. Nach einer Flanke von Lars Bender ließ Derdiyok dem angeschlagenen Dynamo-Keeper Dennis Eilhoff mit seinem wuchtigen Kopfball keine Chance. Nur wenig später hebelte Bayer-Kapitän Simon Rolfes mit einem genialen Pass die komplette Dresdner Abwehr ab, Sam vollendete mit einem gefühlvollen Heber.

Auch in Hälfte zwei gab Leverkusen sofort die Schlagzahl vor. Schürrle schockte nach einer tollen Einzelleistung die Dynamo- Defensive inklusive Eilhoff erneut. Doch Ballack, der in der 63. Minute für Rolfes eingewechselt wurde und sich die Kapitänsbinde überstreifte, musste dann die Wiederauferstehung der Dresdner mitansehen. Sie nutzten die Unzulänglichkeiten der jetzt zu nachlässig agierenden Gäste zum kaum für möglich gehaltenen Ausgleich und schließlich zum Siegtreffer.

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