Hoffnungsträger
Heung-Min Son will beim HSV durchstarten.

Heung-Min Son will beim HSV durchstarten.

dpa

Heung-Min Son will beim HSV durchstarten.

Hamburg (dpa) - Son Heung Min tut dem Hamburger SV einfach gut. Nicht nur wegen der zwei südkoreanischen Sponsoren, die sich seinetwegen mit 1,5 Millionen Euro pro Jahr beim klammen Fußball-Bundesligisten engagieren.

Die erfrischende Art des 19 Jahre alten Stürmers lockert den Trainingsalltag auf und steht für den neuen Teamgeist der deutlich verjüngten Mannschaft. Mit 18 Toren ist Son der Gewinner der Vorbereitung und will auch im DFB-Pokal beim Oberligisten VfB Oldenburg auf sich aufmerksam machen. «Eines Tages will ich Torschützenkönig werden», sagt Son lächelnd in fließendem Deutsch, wohl wissend, dass er erst einmal Stammspieler werden muss. Schon in der vergangenen Saison hatte er nach der Sommervorbereitung gute Karten bei Ex-Coach Armin Veh, doch dann stoppte ihn ein Fußbruch. Drei Tore gelangen ihm danach bei seinen Kurzeinsätzen. «In dieser Saison möchte ich zehn Tore schießen», so Son, der mit 900 000 Euro Jahresgehalt noch zu den Kleinverdienern beim HSV gehört.

Zur Zeit hat er gute Karten: Der formstarke Paolo Guerrero hat nach der Copa America Urlaub, der zuletzt ausgeliehene Marcus Berg ist noch verletzt. So dürfte der Asiate zumindest im Pokal im mit 15 552 Zuschauern ausverkauften Marschwegstadion hinter Mladen Petric als hängende Spitze spielen.

Mit jedem Tor steigt der Marktwert des bescheidenen Jungstars, den auch Schalkes Coach Ralf Rangnick auf der Liste hatte. Doch Son entschied sich in Hamburg zu bleiben. Zusammen mit Trainer Michael Oenning lächelt er von diversen Plakatwänden in Hamburg, ist das neue Gesicht der HSV-Kampagne. Auffällig ist, dass Oenning ihn selten in der Öffentlichkeit lobt. Er hat die Befürchtung, dass der Hype um sein Sturmjuwel schnell zu groß wird. Doch der Coach sieht mit Wohlwollen, dass Son extrem fit ist, einige Kilogramm Gewicht verloren hat und verspricht ihm eine reelle Einsatzchance im verjüngten HSV-Team.

Privat gönnt sich Son wenig Zerstreuung, kennt bisher nur den Hafen der Hansestadt und freut sich über Familienbesuch. Seine Mutter bekocht ihn bei ihren Langzeit-Besuchen, der Vater achtet auf ausreichende Trainingsintensität. Um nicht aus dem Rhythmus zu kommen, verzichtete der Sohn auf die U-20-WM Ende Juli in Kolumbien und sagte das Länderspiel gegen Japan Anfang August ab.

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