Breite Brust
Granit Xhaka und die Gladbacher strotzen vor Selbstvertrauen. Foto: Maja Hitij

Granit Xhaka und die Gladbacher strotzen vor Selbstvertrauen. Foto: Maja Hitij

dpa

Granit Xhaka und die Gladbacher strotzen vor Selbstvertrauen. Foto: Maja Hitij

Offenbach (dpa) - In nur zwei Sätzen hat Granit Xhaka das neue Gladbacher Selbstbewusstsein zum Ausdruck gebracht. «Ich wünsche mir jetzt nicht gerade die Bayern. Aber sonst kann jeder kommen», sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach nach dem 2:0-Sieg bei Kickers Offenbach.

Seine Mannschaft steht dadurch im Viertelfinale des DFB-Pokals und kann schon am Samstag in der Fußball-Bundesliga in Mainz den nächsten Schritt Richtung direkte Champions-League-Qualifikation gehen. Kein Wunder also, dass bei der Borussia mittlerweile das Gefühl vorherrscht: Ob Borussia Dortmund, der VfL Wolfsburg oder wer sonst noch als nächstes Pokal-Los infrage kommt - in dieser Saison können wir sie alle schlagen. «Wir wollen in der Bundesliga da oben bleiben und im Pokal ins Finale», meinte Xhaka. «Das ist unser Ziel.»

Tatsächlich scheint die Zeit mal wieder reif zu sein für eine große Gladbacher Saison. Zwar tat sich der große Favorit am Mittwochabend sehr schwer und benötigte schon die Mithilfe eines im eigenen Strafraum Handball spielenden Kickers-Akteurs, um in Führung gehen zu können. Aber am Ende war selbst bei diesem ungleichen Duell eines Viertligisten mit einem Champions-League-Anwärter gut zu erkennen, was Lucien Favres Mannschaft zurzeit so stark macht.

«Wir haben mit viel Geduld und viel Intelligenz gespielt», sagte der Schweizer Trainer. Seine Borussia ist nicht nur personell sehr gut und flexibel aufgestellt - in Offenbach kamen im Vergleich zum 2:0 gegen Paderborn gleich sechs neue Spieler zum Einsatz. Auch ihre Spielweise kann diese Mannschaft mittlerweile schnell der jeweiligen Aufgabe anpassen. Als sie merkte, dass ihr Kurzpassspiel auf einem derart holprigen Rasen nur schwer zum Erfolg führen würde, stellte die Borussia auf lange Bälle um. «Auch das ist eine Qualität. Da haben wir noch einmal dazugelernt», meinte Kapitän Martin Stranzl.

Sollten es die Gladbacher wirklich in die Champions League oder ins Pokalfinale schaffen, hätte dieser Traditionsverein alle 20 Jahre ein Spitzenteam geformt. Die 70er waren die große Zeit der «Fohlen». 1995 folgte dann der bis heute letzte Titelgewinn im DFB-Pokal.

Die aktuelle Generation um die beiden Mittwoch-Torschützen Max Kruse (52./Handelfmeter) und Patrick Herrmann (83.) bringt nicht viel weniger Talent mit als Stefan Effenberg, Heiko Herrlich und Co. vor 20 Jahren. Auch das Europa-League-Aus gegen den FC Sevilla vor einer Woche ordnen sie im Verein mittlerweile recht nüchtern ein. «Jetzt können wir uns ganz auf zwei Wettbewerbe konzentrieren», so Xhaka.

Selbst um den Frieden im Hause Hahn muss sich niemand mehr sorgen. Gladbachs Neuzugang spielte von 2011 bis 2013 in Offenbach, wo er auch seine Freundin kennenlernte. Die wiederum ist glühender Kickers-Fan und hatte für den Fall einer OFC-Niederlage angekündigt, den Lebensgefährten aus dem Schlafzimmer zu verbannen. «Sie bleibt noch ein paar Tage bei ihrer Familie», erzählte André Hahn. «Und bis sie zu uns nach Hause kommt, hat sie sich wieder beruhigt.»

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