Gefeierter Mann
Der Fürther Edgar Prib (l) erzielte den entscheidenden Treffer gegen Nürnberg. Foto: David Ebener

Der Fürther Edgar Prib (l) erzielte den entscheidenden Treffer gegen Nürnberg. Foto: David Ebener

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Der Fürther Edgar Prib (l) erzielte den entscheidenden Treffer gegen Nürnberg. Foto: David Ebener

Nürnberg (dpa) - Das ist mal eine Karriere: Vor einer Woche war Edgar Prib noch die Lachnummer der Fußball-Nation. Mit seinem Tor im Pokal-Derby gegen Nürnberg avanciert das Fürther Eigengewächs zum Lokalhelden.

Prib stürmte quer über den Platz, sprang auf den Zaun zu den Fans und feierte seinen Aufstieg vom Deppen zum Derby-König. «Das ist einfach wunderbar, dieses Gefühl. So etwas erlebt man nicht jeden Tag, sich bei so einem Spiel in die Legenden einzutragen», sagte das Eigengewächs der SpVgg Greuther Fürth nach dem entscheidenden Treffer beim 1:0-Sieg des Fußball-Zweitligisten im 254. Derby. Die schwer geschlagenen Bundesliga-Profis des 1. FC Nürnberg schlichen tief enttäuscht vom Feld - und etliche Nürnberger Fans erwiesen sich mit Tumulten als miserable Verlierer.

«Das war einfach nur Emotion pur. Und Dankbarkeit, dass man sowas erleben darf», sagte Prib über seinen Lauf zu den Anhängern. Fünf Tage nach seinem 22. Geburtstag hatte sich der Offensivspieler auch während der Partie stark in Szene gesetzt. Bereits nach einer Viertelstunde köpfte Prib nach einer Ecke das Tor des Abends und war bis zu seiner Auswechslung einer der stärksten Spieler auf dem Platz.

Mit seinem Tor machte Prib nicht nur den emotionalen Derby-Sieg perfekt, sondern gab auch die richtige Antwort auf seine jüngsten Negativ-Schlagzeilen. Vor gut einer Woche im Ligaspiel bei Eintracht Frankfurt hatte er das leere Tor verfehlt und sich zur Lachnummer der Fußball-Nation gemacht. Doch der Fehlschuss war spätestens nach seinem Kopfballtor gegen Nürnberg vergessen. «Das in Frankfurt habe ich nicht geglaubt, und das hier kann ich auch nicht glauben», sagte Prib. «So ist Fußball, das ist einfach verrückt.»

Der Jubel beim Außenseiter kannte kaum Grenzen, die Enttäuschung beim schwachen Pokalsieger von 2007 war riesengroß. «Mir fehlen die Worte. Der Schmerz sitzt tief», gestand «Club»-Abwehrspieler Dominic Maroh. Wie chancenlos Nürnberg drei Tage nach dem 3:0 bei Bayer Leverkusen vor allem in der ersten Halbzeit gegen den Tabellenzweiten der 2. Liga war, besorgte die Verantwortlichen. «Dass wir fußballerisch unsere Probleme haben, das hat man auch schon in der Liga gesehen», sagte Trainer Dieter Hecking, der nach dem Schlusspfiff konsterniert an der Seitenlinie verharrte.

Doch nicht nur sportlich enttäuschte der Erstligist. Etwas mehr als 100 Nürnberger Fans sorgten nach dem Schlusspfiff für hässliche Szenen. Die Anhänger stürmten das Spielfeld und attackierten Fürther Fans. Die Tumulte, bei denen vier Ordnungskräfte leicht verletzt wurden, überschatteten bei Gäste-Trainer Mike Büskens sogar die Freude über den Pokaltriumph. «Die Szenen, die sich nach dem Spiel ereignet haben, finde ich beängstigend. Das macht mich wirklich traurig. Solche Szenen haben auf dem Fußballfeld nichts zu suchen.»

«Club»-Vorstand Ralf Woy kündigte ein hartes Durchgreifen an. «Es ist zwar eine kleine Gruppe, die für diese Ausschreitungen verantwortlich sind. Aber so etwas darf es nicht geben.» Nürnberg drohen nun auch Sanktionen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Kontrollausschuss leitete am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren ein. Die Nürnberger wurden vom DFB zu einer Stellungnahme aufgefordert.

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