Am Rande der DFB-Pokal-Auslosung gab der frühere Sportvorstand der Münchener einen Einblick in die Hierarchie des FC Bayern. Gladbach ist derweil nur noch einen Sieg vom Pokal-Finale entfernt.

Die Pokal-Halbfinals werden am 25. und 26. April gespielt.
Die Pokal-Halbfinals werden am 25. und 26. April gespielt.

Die Pokal-Halbfinals werden am 25. und 26. April gespielt.

dpa

Die Pokal-Halbfinals werden am 25. und 26. April gespielt.

Hamburg. Viel Zeit hatten die Medien-Vertreter am Mittwoch Abend nicht, um den Spielern von Borussia Mönchengladbach nach ihrem 2:1 (0:0) im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Hamburger SV Statements zu entlocken. "Wir müssen schnell los zum Flughafen, sonst dürfen wir in Düsseldorf nicht mehr landen", erklärte Kapitän Lars Stindl. Die "Fohlenelf" im Stress, Zeit zum Feiern gibt es nicht. "Was bringt es, wenn ich mir jetzt zwei Rotwein reinziehe und dann am Samstag nicht laufen kann", sagte Abwehrspieler Tony Jantschke.

Am Samstag (18.30 Uhr) geht es in der Bundesliga mit dem West-Duell gegen den FC Schalke 04 weiter. Ein Heimspiel, in dem die - öffentlich allerdings nie proklamierte - Aufholjagd in Richtung internationale Plätze weitergehen soll. An Weihnachten betrug der Rückstand zu Platz sechs, der den sicheren Einzug in die Gruppenphase der Europa League bedeutet, elf Punkte. Inzwischen sind es nur noch sechs, doch vielleicht reichen ja auch lediglich zwei Siege für den erneuten Sprung auf die internationale Bühne.

Trainer Hecking möchte wieder "König" werden

Schließlich steht die niederrheinische Borussia nun bereits im Halbfinale des DFB-Pokals. Zum elften Male in ihrer Vereinsgeschichte und zum ersten Male seit 2012. Vor fünf Jahren verpassten die Gladbacher erst im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München die Fahrt zum Endspiel in Berlin. Die Loskugel mit dem Wappen der Münchener erwischte diesmal die Borussia aus Dortmund, für die "Fohlen" zog Matthias Sammer ein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.

"Es ist großartig, dass wir zu Hause antreten dürfen. Darüber freuen wir uns sehr. Dennoch ist die Eintracht ein schwerer Gegner, sie ist ja nicht per Freilos ins Halbfinale gekommen. Doch mit unseren Fans im Rücken wollen wir die Chance auf das Finale natürlich nutzen", sagte Sportdirektor Max Eberl. Es wäre das erste Finale seit 22 Jahren, damals gewann Borussia Mönchengladbach den Pokal durch ein 3:0 gegen den VfL Wolfsburg. Der war 1995 noch Zweitligist und Max Eberl in seiner ersten Saison Verteidiger des VfL Bochum.

Wesentlich frischere Erinnerungen an Berlin hat da schon Trainer Dieter Hecking. Unvergessen sind die Bilder, als der heute 52-Jährige am 30. Mai 2015 nach dem Wolfsburger 3:1 über Dortmund im Olympiastadion zur Ehrenrunde ansetzte. In der Hand den DFB-Pokal, auf dem Kopf eine Kappe mit dem Wort "King". Ob er am 27. Mai dieses Jahres auch mit der Borussia König wird, ist selbstredend noch offen. Dass er jedoch heiß ist, ließ Hecking durchblicken. "Wenn man im Pokal antritt, dann will man ihn auch gewinnen."

Kommt Eberl jetzt ins Grübeln?

Gewinnen - das kann auch Gladbach wieder verstärkt, seit Hecking das Amt von André Schubert übernommen hat. In zehn Spielen gab es sieben Siege, ein Remis sowie zwei Niederlagen und besonders in der Fremde sind die einstigen "Auswärts-Deppen" erfolgreich. Das 2:1 beim HSV war auf des Gegners Platz der sechste Sieg in Folge. Das Selbstvertrauen steigt mit jedem Erfolgserlebnis. Zu erkennen auch an den Elfmetern. Hatten Hahn und Stindl gegen den HSV im Oktober noch verballert, so verwandelten Stindl und Raffael nun sicher.

Weniger sicher indes könnte durch Aussagen von Matthias Sammer eventuell der Abgang von Max Eberl zum FC Bayern sein. Der frühere Sportvorstand der Münchener ließ im Rahmen des Sportschau-Clubs der ARD durchblicken, dass ihn der damalige Präsident Karl Hopfner für den Zusammenhalt des Gebildes eingestellt hatte. Darüber hinaus seien Scouting und ein wenig Nachwuchsarbeit Aufgaben gewesen. Ob Eberl mit Sammers Erkenntnis, an der Säbener Straße lediglich eine Schattenfigur von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zu sein, nun ins Grübeln kommt? "Jeder muss sich fragen: Wo bin ich und wo stehe ich? Und weiter dann: Wie geht es mir, was möchte ich und will das der andere auch", sagte Sammer.

Statistik

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:0)

Hamburg: Adler - Gotoku Sakai, Papadopoulos, Mavraj, Ostrzolek - Ekdal, Jung (ab 71. Walace) - Nicolai Müller (ab 71. Kostic), Holtby, Hunt - Wood

Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Kramer, Dahoud (ab 82. Strobl) - Herrmann, Hofmann (ab 76. Johnson) - Stindl - Raffael (ab 85. Hahn)

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

Zuschauer: 53 249

Tore: 0:1 Stindl (53./Foulelfmeter), 0:2 Raffael (61./Foulelfmeter), 1:2 Wood (92.)

Gelbe Karte: Herrmann (MG/83.)

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