Überraschung
Duisburg hat im DFB-Pokal mit dem Sieg in Köln für eine Überraschung gesorgt.

Duisburg hat im DFB-Pokal mit dem Sieg in Köln für eine Überraschung gesorgt.

dpa

Duisburg hat im DFB-Pokal mit dem Sieg in Köln für eine Überraschung gesorgt.

Köln (dpa) - Der 1. FC Köln geht mit schweren Hypotheken in das Fußball-Jahr 2011. Das 1:2 (0:1) im Pokal-Achtelfinale gegen Zweitligist MSV Duisburg war eine bitterböse vorweihnachtliche Bescherung und offenbarte die Handicaps schonungslos: Die Mannschaft von Trainer Frank Schaefer ist so nicht bundesligatauglich.

«Das Spiel hat gezeigt, dass wir einige Schwachstellen haben», fällte Schaefer sein Urteil nach dem Debakel vor 44 500 Zuschauern in der WM-Arena von 2006. Schaefer: «Das war ein schwarzer Abend.»

Der 47-Jährige forderte nach den Gegentreffern von 2,02-Meter-Mann Stefan Maierhofer (3. Minute) und Julian Koch (76.) schnelle weitere Reaktionen vor dem bevorstehenden Abstiegskampf: «Wir müssen uns qualitativ verbessern.» Obwohl Simon Terodde (84.) noch das Anschlusstor gelang und in der Schlussphase der Ausgleich in der Luft lag, bedeutete die Pleite gegen den kessen Außenseiter einen heftigen Rückschlag für den viermaligen Cup-Gewinner Köln.

Null Kreativität, null Inspiration, lethargisch, langsam, fast kein Aufbäumen, obwohl es um Millionen-Einnahmen ging: Sportdirektor Volker Finke wird schon vor seinem Amtsantritt am 1. Februar mächtig wirbeln müssen, um das Team so zu verstärken, dass der Abstieg ausbleibt. Für Keeper Faryd Mondragon, der nach seinem 115. Pflichtspieleinsatz für den FC unter Tränen seinen Abschied gab, kommt Oliver Kahns ehemaliger Bayern-Kronprinz Michael Rensing. Der Pole Slawomir Peszko (Lech Posen) und Hoffenheims Christian Eichner stehen noch auf der FC-Wunschliste.

So, wie die «Zebras» in Müngersdorf auftraten, sollte sich West-Rivale Köln auch in der Wedau erkundigen, ob nicht von dort erfolgshungrige Zugänge zu bekommen sind. «Wir haben Emotion, Leidenschaft und unbändigen Kampfgeist gezeigt», fasste der Österreicher Maierhofer seine Eindrücke zusammen. Und der andere MSV-Torschütze flippte fast aus: «Wir haben richtig geil gespielt und gekämpft wie Sau», sagte Koch. Danach wollte er nur noch eines: «Jetzt können wir richtig einen rauslassen.»

Für die Busfahrt nach Duisburg rüsteten sich Trainer Milan Sasic und die Seinen mit ein paar Kästen Bier, den Kölnern war nicht nach ausgelassener Geselligkeit zumute: «Nach dieser Niederlage gibt es nichts zu feiern», hielt Martin Lanig fest, der allein in den ersten 45 Minuten dreimal die Chance zum 1:1 hatte. Doch er versagte - wie alle Kölner inklusive Lukas Podolski, der sich auf Schleichwegen aus dem Stadion begab: Das 1:2 hatte ihm die Lust geraubt, sich den Fragen der lange wartenden Medienvertreter zu stellen.

2011 wird für Köln und Duisburg zur großen Herausforderung. Der MSV will aufsteigen und über Koblenz oder Kaiserslautern in das Pokal-Halbfinale einziehen, der FC muss sich nach dem Chaos-Jahr 2010 mit den Entlassungen von Trainer Zvonimir Soldo und Manager Michael Meier auf vielen Ebenen konsolidieren. «Fakt ist, dass wir uns jetzt voll auf die Bundesliga konzentrieren können», gewann Lanig dem Pokal-K.o. wenigstens einen positiven Aspekt ab.

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