Trotz Nasenbeinbruchs will der „Capitano“ in Valencia die Qualifikation fürs Achtelfinale einleiten.

Düsseldorf. Es war nicht einfach nur ein Bundesliga-Tor. Es war viel mehr. Das entscheidende 1:0 in der zweiten Minute entschied das Spiel für Bayer Leverkusen in Freiburg. Und für Michael Ballack war es das erste Bundesliga-Tor seit dem 13. Mai 2006. Damals traf Ballack zum zwischenzeitlichen 3:1 des Rekordmeisters FC Bayern München gegen Borussia Dortmund.

Ein Bundesliga-Tor wie ein Befreiungsschlag

Das Tor in Freiburg war so etwas wie ein Befreiungsschlag. Michael Ballack würde das natürlich nicht so nennen, aber der „Capitano“ hält sich mit seinen Äußerungen in Leverkusen ohnehin zurück. Nach Bundesligaspielen wartet man vergeblich auf irgendwelche Statements. Ballack will nichts sagen. Vielleicht, weil soviel gesagt worden ist. Nicht nur im Fußball sondern auch über seine Familie. Keine ganz einfachen Zeiten für einen, der nach einer großen Karriere weiter auf der Suche ist, um den passenden Weg ins Ziel zu finden. „Michael ist viel besser in Form als in der letzten Saison. Auf diesen Michael Ballack können wir gar nicht verzichten“, sagt Lars Bender. Ende September ist Michael Ballack 35 Jahre alt geworden. Die Karriere in der Nationalmannschaft endete unglücklich. Darüber redet keiner mehr, seit der Bundestrainer in den vielen herausragenden jungen Spielern seine erfolgreichen und zukunftsweisenden Wunschformationen gefunden hat.

In einem Team aus gleichberechtigten Profis gibt es für Anführer wie Michael Ballack keinen Platz mehr. Aber bei Bayer Leverkusen kann er es jetzt wieder sein. Und Ballack will es unbedingt. Weil da noch ein paar Rechnungen offen sind. Die schmerzlichste ist die mit dem Bundestrainer. Leverkusen funktioniert anders, seit der Trainer nicht mehr Jupp Heynckes ist, der bei Leuten wie Ballack immer reserviert bleibt. Mit Robin Dutt hat sich das geändert. „Wir werden Michael Ballack noch ganz nötig brauchen“, hat Rudi Völler immer wieder in die Mikrofone gesprochen.

Rudi Völler hat immer an Michael Ballack geglaubt

Nie hat der Bayer-Sportdirektor aufgehört, an den „Capitano“ zu glauben, der trotz aller Irrungen und Wirrungen immer noch vor allem eines geblieben ist: ein außergewöhnlicher, ein herausragender Fußballspieler.

Heute abend (20.45 Uhr/Sky) geht es in Valencia für Bayer Leverkusen darum, den Weg ins Achtelfinale der Champions League zu ebnen. Und Michael Ballack will unbedingt dabei sein. Trotz eines in Freiburg erlittenen Nasenbeinbruchs. Trainer Robin Dutt will über den Einsatz kurzfristig entscheiden. Das Hinspiel hatte Bayer mit 2:1 gewonnen. „Wichtig ist, wie der Vergleich in Valencia ausgeht“, sagt Ballack. Und dann kommt ja auch noch das Rückspiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber FC Chelsea.

26. September 1976 in Görlitz

FC Karl-Marx-Stadt (bis 1990), Chemnitzer FC (bis 1997), 1. FC Kaiserslautern (bis 1999), Bayer Leverkusen (bis 2002), FC Bayern München (bis 2006), FC Chelsea London (bis 2010), Bayer Leverkusen (seit 2010)

80

Gegen Schottland am 28.04.1998

gegen Argentinien am 03.03.2010

Michael Ballack hat es gefallen, wie die Engländer beim Hinspiel mit ihm umgegangen sind. In England interessiert sich niemand für die Fußball-Bundesliga. Für Michael Ballack interessieren sie sich schon. Weil der Typ Michael Ballack genau in das englische Bild von einem vorbildlichen Fußballprofi passt. Englische Fußballfans vergessen das nicht. Und nichts ist dem „neuen Ballack“ wichtiger als die Auftritte in der Champions League.

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