Peking (dpa) - Im Prozess um Schmiergeldzahlungen hat ein früherer Vizechef des chinesischen Fußball-Verbands der Polizei Folter vorgeworfen.

Die meisten seiner Geständnisse seien mit Misshandlungen erzwungen worden, sagte Xie Yalong vor Gericht in der nordostchinesischen Stadt Dandong (Provinz Liaoning), wie lokale Medien berichten. Er habe die meisten früheren Aussagen widerrufen, hieß es weiter.

Dem 56 Jahre alten Xie wird vorgeworfen, Schmiergelder in Höhe von über 1,7 Millionen Yuan (etwa 204 000 Euro) angenommen zu haben. Xies Anwalt sagte, sein Mandant sei geschlagen, aufgehängt, vom Schlafen abgehalten und mit Elektroschocks gefoltert worden.

Die Vorwürfe überschatteten mehrere andere Prozesse gegen frühere Fußballfunktionäre und Spieler. In Dandong läuft ein Verfahren gegen den früheren Chef des Schiedsrichter-Komitees, Li Dongsheng. In der Stadt Tieling begann ein Prozess gegen Xies Nachfolger, Nan Yong. Er soll 1,48 Millionen Yuan als Schmiergelder akzeptiert haben. Bei einer dritten Verhandlung sprach ein Gericht in Shenyang vier frühere Fußballer schuldig, 2003 gegen Geld ein Spiel ihres Vereins Shanghai Guoji verschoben zu haben.

Hintergrund der Prozesse sind Spielabsprachen und illegale Fußballwetten. Deren Volumen wird auf bis zu eine Billion Yuan im Jahr geschätzt. Wegen der Korruption hatte die Regierung 2009 eine Untersuchung eingeleitet. Mitte Februar wurden unter anderem vier bekannte Schiedsrichter zu hohen Haftstrafen verurteilt.

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