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Mit Pokerface verfolgt Schalke-Trainer Felix Magath das Spiel gegen Benfica Lissabon.

Mit Pokerface verfolgt Schalke-Trainer Felix Magath das Spiel gegen Benfica Lissabon.

dpa

Mit Pokerface verfolgt Schalke-Trainer Felix Magath das Spiel gegen Benfica Lissabon.

Lissabon (dpa) - Schalke hat mit dem 2:1 (1:0)-Sieg beim portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon seinen zarten Aufwärtstrend bestätigt. Als Gruppensieger kann die Elf im Achtelfinale der Champions League auf einen «leichteren» Gegner hoffen.

Nationalkeeper Manuel Neuer zog nach dem Abschluss der Vorrunde als Gruppen-Erster ein positives Fazit. «Ich bin stolz auf unser Team. In der Champions League stehen wir super da. Nach der Auftaktniederlage in Lyon ist fast alles gut für uns gelaufen. Nur beim 0:0 in Tel Aviv waren wir nicht so stark», befand der Kapitän. Benedikt Höwedes, der das 2:0 erzielt hatte, freute sich über sein erstes Europapokaltor: «Das ist ein schönes Gefühl.»

Auch wenn Schalke in der Meisterschaft noch hinterherhinkt, kann sich die Bilanz in der Meisterliga sehen lassen: Mit den Heimsiegen gegen Benfica (2:0), Hapoel Tel Aviv (3:1) und Olympique Lyon (3:0) legte der Club die Basis für den Durchmarsch. Der erst zweite Erfolg einer deutschen Mannschaft im 16. Gastspiel bei den heimstarken Portugiesen war das «i»-Tüpfelchen. Bislang hatte nur Bayern München vor fast auf den Tag genau 15 Jahren in der dritten UEFA-Cup-Runde in Lissabon gewonnen (3:1).

Gleichwohl fiel die Bilanz des zuletzt hart kritisierten Trainers Felix Magath gewohnt nüchtern aus. «Wir können zufrieden sein, wie wir uns verkauft haben. Das Team hat gezeigt, dass es vom Potenzial her international gut mithalten kann», sagte er. Finanziell lohnt sich das Weiterkommen gewaltig: Inklusive des Achtelfinales kann der klamme Club mit Gesamteinnahmen von etwa 30 Millionen Euro in der Champions League kalkulieren.

Im Achtelfinale trifft Schalke im Februar nun auf einen Gruppen-Zweiten und kann bei der Auslosung am 17. Dezember in Nyon auf einen vermeintlich leichteren Gegner hoffen. Allerdings liegen auch wahre Schwergewichte in der Lostrommel: Titelverteidiger Inter Mailand, Ex- Champion AC Mailand, FC Arsenal oder FC Valencia. Ein deutsches Duell mit dem ebenfalls als Gruppen-Erster feststehenden FC Bayern ist in der ersten K.o.-Runde nicht möglich.

Einen Wunschgegner wollte niemand nennen. «Wir nehmen es, wie es kommt», meinte Magath. «Aber es ist sicher ein Vorteil, dass wir im Rückspiel Heimrecht haben. Da kann man mit den eigenen Fans im Rücken ein Ergebnis auch mal umbiegen.» Auch für Neuer ist der Gegner «zweitrangig», wichtiger sei eine tolle Atmosphäre. «Ich will vor ausverkauftem Haus spielen, denn solche Duelle machen Spaß. Dass hier nicht einmal das halbe Stadion voll war, hat mich enttäuscht», so der Keeper, der gegen die lange Zeit biederen und zögerlichen Portugiesen weit weniger beschäftigt war als zuletzt gegen München. Bei Luisaos spätem Anschlusstreffer (87.) war er allerdings machtlos.

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