Warum der Trainer von Schalkes Gegner Galatasaray Istanbul trotz Erfolgs umstritten ist.

Fatih Terim
Trainer Fatih Terim regiert mit harter Hand.

Trainer Fatih Terim regiert mit harter Hand.

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Trainer Fatih Terim regiert mit harter Hand.

Istanbul/Berlin. Didier Drogba und Wesley Sneijder wussten, worauf sie sich einlassen. Der Ruf von Fatih Terim ist hinlänglich bekannt. Von einem Winterwechsel zu Galatasaray Istanbul hat sie das Image des Trainers aber nicht abgehalten.

Den Achtelfinalgegner des FC Schalke 04 in der Champions League (Mittwoch, 20.45 Uhr) führt der 59-Jährige mit harter Hand. „Ich lasse mich nicht belehren, wenn, dann belehre ich Euch“, lautet das Fußball-Lebensmotto Terims.

In Istanbul hat der Libero von einst damit Erfolg. Zum dritten Mal in seiner Trainer-Karriere führt der Imperator bei Gala das Kommando. Bald wird er den sechsten türkischen Meistertitel mit „Gala“ feiern kann. Kein anderer ist hier so erfolgreich wie er.

Die ersten Gehversuche als Trainer machte Terim bei Ankaragücü und Göztepe Izmir, dann mit der türkischen U 21. Später engagierte ihn der damalige Nationalcoach Sepp Piontek als Co-Trainer. Nach dem Abschied des Dänen übernahm Terim die Milliler und führte die Türkei 1996 in eine EM-Endrunde.

Das Kuriose: Als aktiver Spieler war dem früheren Libero in 14 Jahren mit Galatasaray nie ein Meistertitel gelungen.

2008 führt Terim die Türkei in das EM-Halbfinale

Terim hat einmal gesagt, türkische Spieler seien am Ball so stark wie die Besten Europas – was ihnen jedoch fehle, sei die Ernsthaftigkeit bei der Ausübung ihres Berufes.

Das sollte er ändern: Besessen von Disziplin und Taktik drillte er sein Team 2002 zum Uefa-Cup-Sieg – der erste Titelgewinn einer türkischen Mannschaft in Europa. Zudem gelang ihm sechs Jahre später mit dem Nationalteam der Einzug ins EM-Halbfinale, wo er mit 2:3 an Deutschland scheiterte. Jetzt soll Schalke die Gier Terims zu spüren bekommen.

Trotzdem ist er nicht unumstritten. Kritiker werfen ihm seinen kompromisslosen Stil vor, er gilt als Coach mit unerbittlichen und strengen Prinzipien, als Diktator. Vielleicht ist das ausgeprägte orientalische Selbstbewusstsein ein Grund dafür, warum Terim nicht die große internationale Karriere gelungen ist.

Zwar konnte er nach seinem Wechsel zum AC Florenz in der Seria A beachtliche Erfolge vorweisen, doch später als Trainer beim AC Mailand musste er nach nur 100 Tagen das Feld räumen. Terim und Berlusconi – das passte nicht. dpa

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