Borussia Dortmund spielt bei Manchester City.

Manchester. Es ist nicht überliefert, ob Joachim Löw nachts manchmal schweißgebadet aufwacht und diesen kraftstrotzenden Athleten vor sich sieht, der sich das Trikot vom Leibe reißt und die Muskeln spielen lässt.

Am Mittwoch (20.45 Uhr) kann der Bundestrainer den Stürmer, der für die deutsche Nationalmannschaft zum Albtraum geworden ist, wieder in Aktion erleben: Dieses Mal läuft Mario Balotelli (Foto) jedoch nicht für Italien auf, sondern für seinen Arbeitgeber Manchester City. Der englische Meister empfängt Borussia Dortmund am zweiten Spieltag der Champions League.

Seit dem Scheich ist bei City nichts mehr wie es war

Seit ein Mann namens Mansour bin Zayed Al Nahyan mit seiner Firma ADUG vor drei Jahren beim englischen Traditionsklub alle Anteile übernommen hat, ist dort nichts mehr wie vorher.

Der Scheich ging auf Shopping Tour und pumpte 800 Millionen Euro in die Mannschaft. Mit dem Ergebnis, dass City aus dem Schatten ihres übermächtigen Lokalrivalen Manchester United trat und in der vergangenen Saison zum ersten Mal seit 1968 die englische Meisterschaft gewann.

Ein Kampf der Systeme: Einkaufen gegen Ausbilden

Bei Borussia Dortmund haben sie die Rückkehr ins Establishment mit weit geringerem finanziellem Aufwand geschafft. Auf der einen Seite ein mit Ölmillionen gepushtes Ensemble, auf der anderen Seite ein Verein, der hoch veranlagte junge Spieler in einen Status bringen will, in dem die Kontrahenten aus Manchester längst sind. Da scheinen die Rollen klar verteilt zu sein.

„Jeder unserer Spieler kann ein Spiel in jeder Sekunde entscheiden“, sagt Edin Dzeko. Der Bosnier wurde vor zwei Jahren für mehr als 30 Millionen Euro aus Wolfsburg geholt. In Manchester kommt er meist nur als Einwechselspieler zum Zug, weil er Spieler wie Balotelli oder die Argentinier Sergio Agüero oder Carlos Tevez vor sich hat.

Diese geballte Ladung an Angriffspotenzial nötigt Respekt ab. Nicht mehr. Schließlich, betont Kapitän Sebastian Kehl, sei „die Ausgangslage gar nicht so schlecht“.

» Manchester - BVB, Mittwoch20.45 Uhr/ZDF

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