Das 1:1 im Rückspiel hilft nicht weiter, tröstet aber nach dem 0:4-Debakel.

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1:1 im Rückspiel und Luca Toni bleibt am Ende nur das Staunen über den FC Barcelona.

1:1 im Rückspiel und Luca Toni bleibt am Ende nur das Staunen über den FC Barcelona.

dpa

1:1 im Rückspiel und Luca Toni bleibt am Ende nur das Staunen über den FC Barcelona.

München. Ein Abschied mit Anstand. Der FC Bayern hat sich mit einem 1:1 (0:0) und einer ordentlichen Vorstellung im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona aus der Champions League verabschiedet.

Waren die Bayern beim 0:4 im Hinspiel noch ein Spielball katalanischer Fußballkunst, präsentierten sie sich gestern Abend vor 66000 Zuschauern im heimischen Rund trotzig und willensstark.

Von der ersten Sekunde an war der Klinsmann-Elf anzumerken, wie tief der Stachel der Schmach von Barcelona noch steckte. Motiviert bis in die Haarspitzen und mit der nötigen Portion Wut im Bauch legten sie einen tollen Start hin.

Und wer weiß wie die Partie gelaufen wäre, wenn Luca Toni die Maßflanke von Sosa per Kopf zum 1:0 nach sechs Minuten verwandelt hätte. Doch der Italiener, sonst eigentlich ein sicherer Kopfballschütze, traf den Ball nicht optimal.

Philipp Lahm macht in der Defensive den Unterschied

Auch danach blieben die Bayern zunächst die spielbestimmende Mannschaft, angetrieben von einem engagiert an der Seitenlinie mitfiebernden Trainer Jürgen Klinsmann. Erstaunlich wie wackelig sich das Weltensemble in der Defensive präsentierte.

Vor allem das Kombinationsspiel zwischen Toni und dem stärksten Bayern-Spieler, Frank Ribéry, war dem der Katalanen ebenbürtig. Barca zeigte sich von der Anfangseuphorie der Bayern durchaus beeindruckt und wackelte in der Abwehr einige Male bedenklich.

Zwar zogen die Katalanen nach gut 20 Minuten endlich ihr gefürchtetes Kombinationsspiel auf. Doch den Unterschied zum hilflosen Auftritt vor einer Woche machte Philipp Lahm aus.

Hatte er im Hinspiel noch verletzungsbedingt gefehlt, sorgte er gestern Abend dafür, das der quirlige Lionel Messi nicht ganz so effektiv zauberte. Auch Martin Demichelis sowie der ebenfalls im Hinspiel nicht mitwirkende Lucio machten einen guten Job. Jedenfalls kamen die Bayern in der Abwehr nicht erneut wie ein geschüttelter Martini daher.

Was zu einer ordentlichen ersten Halbzeit fehlte, war wenigstens ein Treffer für die Moral. Der fiel gleich zum Auftakt der zweiten Halbzeit, als Franck Ribéry seine ohnehin starke Leistung mit dem 1:0 krönte (48.).

Geschickt verlud er Barca-Keeper Victor Valdés und schob zur Führung ein. Doch nach diesem Hoffnungstor hatte Barca die Partie klar im Griff ohne großen spielerischen Glanz zu versprühen.

Die Abwehr um Carles Puyol überzeugte gegen den Bayern-Sturm. Statt die knappe Niederlage über die Bühne zu bringen, war den katalanischen Stars anzumerken, dass sie der Rückstand fuchste.

Seydou Keita sorgte schließlich nach 73 Minuten für den verdienten Ausgleich. Der europäische Spott ist ein wenig gewichen. Jürgen Klinsmann sagte: "Jetzt interessiert uns nur noch die Bundesliga."

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