Wolfsburgs Trainer Pierre Littbarski kann das Ruder in Wolfsburg nicht herumreißen.
Wolfsburgs Trainer Pierre Littbarski kann das Ruder in Wolfsburg nicht herumreißen.

Wolfsburgs Trainer Pierre Littbarski kann das Ruder in Wolfsburg nicht herumreißen.

dpa

Wolfsburgs Trainer Pierre Littbarski kann das Ruder in Wolfsburg nicht herumreißen.

Die akute Abstiegsgefahr des VfL Wolfsburg zwingt den Ex-Meister vermutlich zum zweiten Trainerwechsel in kurzer Zeit. Interimscoach Pierre Littbarski droht nach der deprimierenden 1:2 (1:1)-Heimpleite gegen den 1. FC Nürnberg und dem erstmaligen Absturz «unter den Strich» der Rauswurf.

Littbarski leitete zwar am danach das Auslaufen, sein Stuhl wackelt dennoch. «Wir analysieren die Situation. Sie hat sich verschärft», teilte Vereinssprecher Gerd Voss mit. Dem sonst so wortgewaltigen Dieter Hoeneß verschlug es angesichts der zugespitzten Situation die Sprache. Der VfL-Manager ging am Wochenende auf Tauchstation. Er verzichtete auf Kommentare und vermied eine Rückendeckung für Littbarski, für den die verheerende Bilanz von vier Niederlagen aus fünf Spielen zu Buche steht. Die VfL-Gremien suchen fieberhaft nach einem Ausweg aus dem Dilemma.

In Wolfsburg war schon vor der Partie mit dem Namen Hans Meyer als möglicher Littbarski-Nachfolger spekuliert worden. Hoeneß hatte den anerkannten «Feuerwehrmann» Meyer bereits 2004 als Retter zu Hertha BSC geholt. Ex-Assistent Littbarski hatte im Februar beim VfL seinen gefeuerten Chef Steve McCLaren beerbt und sollte als Zwischenlösung das VfL-Team bis zum Sommer betreuen. «Diese Frage stellt sich nicht», sagte der engagierte, aber glücklose Weltmeister von 1990 zu der Trainerdiskussion. Und trotzig fügte Littbarski hinzu: «Wer immer ans obere Limit geht, wird dafür auch belohnt.»

Seine Profis schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabine. «Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Alle sind nachdenklich», berichtete Sascha Riether. Der Defensivmann brach eine Lanze für Littbarski. «Man kann ihm nichts vorwerfen. Er ist in der Mannschaft vollkommen akzeptiert», erklärte Riether. «Der Druck wächst jetzt für alle.» Die unglückliche Niederlage gegen die seit acht Partien unbesiegten Franken - sogar «Club»-Trainer Dieter Hecking gab zu: «Der VfL war die bessere Mannschaft» - schürte auch Ängste. «Natürlich ist auch eine gewisse Angst vorhanden. Es wird nun immer schwieriger. Keiner von uns will in der zweiten Liga spielen», meinte Marcel Schäfer.

VfL-Star Diego wollte nicht nur von Pech sprechen. «Es waren unsere Fehler» sagte der Brasilianer zu den Unaufmerksamkeiten, die Nürnberg zwei Last-Minute-Tore nach Standardsituationen durch Philipp Wollscheid (45.+1.) und den eingewechselten «Joker» Per Nilsson (90.+2.) ermöglichten. In diesen Situationen fehlte der VfL-Abwehr der gesperrte Arne Friedrich, der zuvor auf der Tribüne das erste Bundesliga-Tor des Kroaten Mario Mandzukic (22.) bejubelt hatte.

Ob ein neuer Trainer das Ruder herumreißen kann, ist fraglich. Die von Hoeneß am letzten Tag der Winter-Wechselfrist geholten sechs neuen Spieler haben die Qualität der Mannschaft kaum verbessert. In den letzten acht Spielen gegen Stuttgart, Frankfurt, Schalke, St. Pauli, Köln, Bremen, Kaiserslautern und Hoffenheim geht es häufig gegen mitgefährdete Teams. Da sind stabile Nerven und Erfahrung im Abstiegskampf gefragt. Die hat nicht jeder VfL-Profi. «Es ist das erste Mal, dass ich in so einer Situation bin», sagte Diego.

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