Duell
DFV-Legende Ulf Kirsten (m) setzt sich gegen Thomas Helmer (l) und Guido Buchwald durch.

DFV-Legende Ulf Kirsten (m) setzt sich gegen Thomas Helmer (l) und Guido Buchwald durch.

dpa

DFV-Legende Ulf Kirsten (m) setzt sich gegen Thomas Helmer (l) und Guido Buchwald durch.

Leipzig (dpa) - Die Weltmeister von 1990 haben das verspätete Vereinigungsspiel gegen die Auswahl der ehemaligen DDR mit 1:2 (1:0) verloren. Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Co. unterlagen zum 20. Jahrestag der deutschen Fußball-Einheit gegen Ulf Kirsten, Thomas Doll, Andreas Thom und Kollegen in Leipzig.

Karlheinz Riedle (32.) hatte das DFB-Team in Führung gebracht. Der Ex-Leipziger Olaf Marschall (58.) per Elfmeter und der ehemalige Dresdner Ulf Kirsten (68.) aber wendeten noch das Blatt. Ursprünglich war das deutsch-deutsche Duell schon im November 1990 angesetzt gewesen, als ebenfalls in Leipzig der Deutsche Fußball-Verband der DDR (DFV) aufgelöst wurde und in den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufging. Doch große Sicherheitsbedenken - bei Krawallen in ostdeutschen Stadien war damals sogar ein Fan durch eine Polizeikugel ums Leben gekommen - verhinderten das Duell.

Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts, beim WM-Triumph in Italien im Trainerstab von Teamchef Franz Beckenbauer, durfte dieses Mal für seinen verhinderten Ex-Chef das DFB-Team coachen. Immerhin neun der 22 Weltmeister von damals hatten den Weg in die Leipziger WM-Arena gefunden - verstärkt wurden sie von sechs weiteren Ex-Profis um Europameister Thomas Helmer. Auf der Gegenseite hatte der letzte DDR-Auswahlcoach Eduard Geyer gleich 23 Akteure zur Verfügung, die den rund 15 400 Fans nochmals einige Kunststücke zeigten.

Zum 293. und letzten Länderspiel der DDR am 12. September 1990 in Belgien (2:0) hatte Geyer nur noch 14 Akteure zusammenbekommen. «Damals waren 36 eingeladen, 22 haben abgesagt. Die Vereine haben viele Spieler einfach nicht freigegeben», erinnerte sich Geyer, der auch 20 Jahre später engagiert an der Seitenlinie agierte.

«Wir wollten alle Spaß an der Sache haben. Doch ein bisschen Ehrgeiz steckt auch noch drin, auch wenn die Beine nicht mehr so wollen», kommentierte Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann die auf 80 Minuten verkürzte Partie. So protestierten Rekordnationalspieler Matthäus und seine Mitspieler heftig gegen einen Elfmeterpfiff für Kirsten. Den Strafstoß schoss Marschall zum Ausgleich ein, bevor Kirsten selbst den Siegtreffer markierte.

Am Folgetag wird in einem Festakt in Leipzig nochmals auf 20 Jahre Fußball-Einheit zurückgeschaut, als Gast wird auch der Präsident der Europäischen Fußball-Union UEFA, Michel Platini, erwartet.

Für den scheidenden Nordost-Präsidenten Hans-Georg Moldenhauer ist das Zusammenwachsen «eine Erfolgsgeschichte», selbst wenn im Profibereich die neuen Länder mittlerweile eine bundesligafreie Zone sind und ostdeutsche Nationalspieler inzwischen die Ausnahme darstellen. «Man kann den Fußball nicht darauf reduzieren, wo eine Mannschaft gerade spielt», betonte Moldenhauer mit Hinweis auf die 4600 Vereine, 9 Eliteschulen und 15 sportbetonte Schulen im Osten.

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