Schiedsrichter Tobias Stieler darf jetzt auch in der 1. Fußball-Bundesliga pfeifen. Foto: Patrick Seeger
Schiedsrichter Tobias Stieler darf jetzt auch in der 1. Fußball-Bundesliga pfeifen. Foto: Patrick Seeger

Schiedsrichter Tobias Stieler darf jetzt auch in der 1. Fußball-Bundesliga pfeifen. Foto: Patrick Seeger

dpa

Schiedsrichter Tobias Stieler darf jetzt auch in der 1. Fußball-Bundesliga pfeifen. Foto: Patrick Seeger

Mainz (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund hält Babak Rafati nach dessen Suizidversuch einen Platz frei. «Er fällt nicht aus den Bundesliga-Schiedsrichtern raus», sagte Herbert Fandel, Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission im DFB, bei der Halbzeittagung der Spitzenspielleiter in Mainz.

Rafati hatte am 19. November unmittelbar vor der Partie 1. FC Köln - FSV Mainz 05 einen Selbsttötungsversuch unternommen. Erstklassig amtieren darf künftig Tobias Stieler aus dem hessischen Obertshausen. Der 30-Jährige pfiff bisher in der 2. Liga und ersetzt Marc Seemann aus Essen. Seemann hatte zu Beginn der Saison die Leistungsprüfung verletzungsbedingt nicht bestanden und war zurückgetreten. Für Stieler rückt Sascha Stegemann aus Niederkassel aus der 3. in die 2. Liga auf.

Hinter Rafatis Name stand auf der Teilnehmerliste der 40 Unparteiischen und 27 Assistenten dieses Mal «entschuldigt». Fandel hatte nach eigenen Angaben bisher keinen Kontakt zu ihm seit dem tragischen Vorfall in einem Kölner Hotel. «Aus meiner Sicht gebietet es der Anstand, dass Babak Rafati selbst entscheidet, wann er kommunizieren will. Das einzige Ziel ist, dass er wieder gesund und glücklich ist», sagte der frühere FIFA-Unparteiische aus Kyllburg. Auch Hellmut Krug, Schiedsrichter-Chef bei der Deutschen Fußball Liga (DFL), betonte: «Wir geben ihm alle Zeit, die er braucht.» Rafati befindet sich noch in Behandlung.

Auf dem Programm der Tagung stand unter anderem ein Referat von Marco Nill, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über «Stress, Burnout, Depressionen - die Volkskrankheiten des 21. Jahrhunderts». Für Fandel war dies auch eine Chance, «dass sich der eine oder andere öffnet».

Über die Zukunft von Michael Kempter wird der DFB im April oder Mai entscheiden. Der einstige FIFA-Referee aus Sauldorf hatte sich über viele Monate mit dem früheren DFB-Funktionär Manfred Amerell eine öffentliche Schlammschlacht geliefert. Zivilrechtlich ist diese beendet, aber Amerell will noch vom DFB-Kontrollausschuss angehört werden. «Die DFB-Schiedsrichter-Kommission muss zur kommenden Saison eine Entscheidung treffen», sagte Fandel. Kempter muss womöglich wieder weit unten anfangen: Schließlich, so der Schiedsrichter-Boss, habe er zwei Jahre nicht gepfiffen.

Nicht nur der Fall Rafati hat die Spielleiter in der Bundesliga-Hinrunde gebeutelt. Auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen zahlreiche Referees gab es Schlagzeilen. «Gerade zum Abschluss der Vorrunde sind wir sehr zufrieden mit den Schiedsrichtern, die unter besonderen Bedingungen ihre Leistungen abrufen mussten», bilanzierte Fandel. Verheimlichen dürfe man aber nicht, dass es im Herbst zwischen dem 11. und 13. Spieltag «eine Delle» gegeben habe. In der Steueraffäre werde man handeln, sobald Fakten vorlägen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer