Umstritten
Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, steht vor einer unsicheren Zukunft.

Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, steht vor einer unsicheren Zukunft.

dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, steht vor einer unsicheren Zukunft.

Hamburg (dpa) - Bernd Hoffmann ist schon seit Monaten auf Werbetour in eigener Sache, doch der Aufsichtsrat tut sich schwer mit der Vertragsverlängerung des Vorstandsvorsitzenden beim Fußball- Bundesligisten Hamburger SV.

Sogar Alternativkandidaten wie Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen oder der ehemalige Sportfive-Vorstand Joachim Hilke sollen im Gespräch sein. In einer telefonischen Probeabstimmung einen Tag vor der Sitzung des zwölfköpfigen Gremiums im Volkspark kam keine Zwei-Drittel-Mehrheit für Hoffmann zustande, erfuhr das «Hamburger Abendblatt». Der Ratsvorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff hatte seine Kollegen angerufen, um sich ein Meinungsbild zu verschaffen.

Der 48 Jahre alte Hoffmann, der seit acht Jahren den Traditionsverein führt, braucht acht von zwölf Stimmen für eine Verlängerung bis 2014. Gleichzeitig geht es um die Zukunft von Marketingfachfrau Katja Kraus, die Hoffmann in den Vorstand holte. Beide Arbeitsverhältnisse enden am 31. Dezember. «Der Monat März bietet sich an für solche Entscheidungen», meinte Rieckhoff, der selbst noch unentschlossen wirkt.

Alle vier im Januar neu gewählten Mitglieder des ungewöhnlich großen Gremiums um den Ex-Präsidenten Jürgen Hunke stehen Hoffmann kritisch gegenüber. Sie werfen ihm undurchsichtige Finanzpolitik vor und sehen das Investorenmodell um Klaus-Michael Kühne als gewagt an. Hoffmann versucht der Stimmung durch viele Einzelgespräche mit den Aufsichtsratsmitgliedern entgegenzuwirken.

Eile ist geboten, denn die Trainerfrage und die Personalplanungen für die Profiabteilung müssen geklärt werden. Zwar soll Hoffmann sich nach «Sportbild»-Informationen kürzlich mit dem ehemaligen Hoffenheimer Coach Ralf Rangnick getroffen haben. Doch richtig konkret werden kann der HSV-Chef nicht in den Gesprächen mit dem auch vom VfL Wolfsburg und anderen Clubs Umworbenen - dazu ist seine eigene Zukunft an der Elbe viel zu ungewiss. Rangnick hat sich in Wolfsburg Bedenkzeit bis Ostern erbeten.

Geht es nach Hoffmann, würde ein dynamischer Übungsleiter den manchmal amtsmüde wirkenden Armin Veh im Sommer ersetzen. Der wiederum könnte sich nach einem Telefonat mit dem designierten Sportvorstand Frank Arnesen schon vorstellen, noch etwas zu bleiben.

«Es ist nicht so, dass ich Sorge hätte, mir die Zunge zu verbrennen, aber warum soll ich mich ständig zu allem äußern?» fragt Veh, der in den kommenden Wochen nur noch zu sportlichen Belangen Stellung beziehen will. Der 50-Jährige ist im Mannschaftskreis beliebt und will mit dem HSV die Qualifikation für die Europa League auf mindestens Rang fünf erreichen.

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