DFB-Pokal: Gelb-Rot nach nur neun Minuten in Augsburg. Der Nationalspieler des 1. FC Köln läuft seiner Form hinterher.

Und runter vom Rasen. nach nur neun Minuten war das Spiel für Lukas Podolski vorbei.
Und runter vom Rasen. nach nur neun Minuten war das Spiel für Lukas Podolski vorbei.

Und runter vom Rasen. nach nur neun Minuten war das Spiel für Lukas Podolski vorbei.

Und runter vom Rasen. nach nur neun Minuten war das Spiel für Lukas Podolski vorbei.

Düsseldorf. Michael Meier war richtig sauer. "So dürfen wir uns nicht präsentieren", sprach der Manager des 1.FCKöln nach dem 0:2-Debakel im Pokal-Viertelfinale des Fußball-Bundesligisten beim Zweitligisten FC Augsburg. "Das geht gar nicht."

Meier hatte große Hoffnungen in seine Mannschaft gesetzt. Und in Köln hätten sie die zwei Millionen Euro für das Erreichen des Halbfinales sehr gut gebrauchen können. Meier hatte schon von "Re-Investitionen" gesprochen. Nichts ist. Der Traum vom Finale platzte wie eine Seifenblase.

"Ich will nicht über den Schiedsrichter reden. Wir haben das Spiel selbst vergeigt."

Lukas Podolski

Selbst Präsident Wolfgang Overath, sonst eher skeptisch, hatte sich vor dem Spiel in Augsburg vom Optimismus anstecken lassen. "In Augsburg gewinnen und dann zuhause möglichst nicht die Bayern, dann ist sogar das Finale möglich", hatte Overath gesagt. Nichts ist. Der 1. FC Köln ist zurück in der Realität. Wie so oft.

Und das mit drei Roten Karten für Adil Chihi, Lukas Podolski und Petit. "Drei Platzverweise dürfen einfach nicht passieren, da will ich nicht über den Schiedsrichter diskutieren", sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo. Als Soldo noch Kapitän beim VfB Stuttgart war, hätte er so etwas nicht zugelassen. Aber einen wie Soldo haben sie in der Kölner Mannschaft nicht. Wenn Torwart Faryd Mondragon auf der Linie nicht immer wieder so überragend reagiert hätte, der Sieg des FC Augsburg wäre noch viel höher ausgefallen. "Wir waren die überlegene Mannschaft und haben verdient gewonnen", sagte Trainer Jos Luhukay nach freudvollen 90 Minuten.

Und in Köln fragen sie sich, was mit Nationalspieler Lukas Podolski los ist. Zuletzt konnte er wegen Rückenbeschwerden gar nicht trainieren. Und als er wieder anfing, zog er sich gleich eine Fußprellung zu. In Augsburg wechselte ihn Soldo in der 60.Minute ein, neun Minuten später sah Podolski Gelb-Rot des überforderten Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer aus Herne. Podolski rastete völlig aus und konnte nur mit Mühe von seinen Teamkollegen Milivoje Novakovic davon abgehalten werden, auf den Unparteiischen loszugehen. Nach dem Spiel, berichtete Podolski später, sei er zu Kinhöfer in die Kabine gegangen und habe sich für sein Benehmen entschuldigt: "Aber ich will nicht über den Schiedsrichter reden, wir haben das Spiel selbst vergeigt." Michael Meier sagt unmissverständlich: "Wir haben zehn Millionen in Podolski investiert. Sportlich funktioniert hat das noch nicht." Podolski ist in Köln nicht mehr unersetzbar. Und gesetzt ist er beim Trainer auch nicht mehr.

Trainer Felix Magath denkt schon ans Finale

Felix Magath geht es da viel besser. Der Schalker Coach lächelte verschmitzt, als Fußball-Weltmeisterin Nadine Angerer ihm zu später Stunde das Traumlos Bayern München für das Pokal-Halbfinale bescherte. "Das war mein Wunsch. Wenn die Bayern zu schlagen sind, dann sicherlich zu Hause. Das ist mir lieber als im Endspiel in Berlin auf sie zu treffen", sagte Magath nach dem glanzlosen 1:0-Sieg beim tapferen Drittligisten VfL Osnabrück und schickte damit eine Kampfansage an seinen Ex-Club. Magath, der die Münchner als Coach 2005 und 2006 zum "Double" geführt hatte, hofft nun auf seinen ersten großen Coup mit dem Revierclub, der in Berlin zuletzt 2001 und 2002 triumphierte und 2005 im Finale den Bayern unterlag.

Anders als Osnabrück und die SpVgg Greuther Fürth, die sich trotz 2:1-Führung dem Millionenensemble der Bayern am Ende klar mit 2:6 beugen musste, gelang dem FC Augsburg in einem denkwürdigen Pokalspiel die Sensation. Der einzig verbliebene Zweitligist steht in der Vorschlussrunde am 23./24. März nun beim Cup-Verteidiger Werder Bremen aber vor einer hohen Hürde. "Wir hätten lieber ein Heimspiel gehabt", sagte Jos Luhukay, dessen Freude über den größten Erfolg der Clubgeschichte durch "Glücksfee" Angerer aber nur leicht getrübt wurde. "Die Mannschaft ist als Kollektiv über sich hinausgewachsen."

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