Viererpack
Wolfsburgs Bas Dost war der überragende Spieler beim 5:4-Sieg in Leverkusen. Foto: Marius Becker

Wolfsburgs Bas Dost war der überragende Spieler beim 5:4-Sieg in Leverkusen. Foto: Marius Becker

dpa

Wolfsburgs Bas Dost war der überragende Spieler beim 5:4-Sieg in Leverkusen. Foto: Marius Becker

Leverkusen. Bas Dost hatte offenbar eine Eingebung. Im Interview mit einer großen Boulevardzeitung sagte der Stürmer des VfL Wolfsburg in dieser Woche: „Auf das Spiel in Leverkusen freue ich mich sehr. Das wird geil.“ Und wie es das wurde. Nicht nur, dass sein VfL mit 5:4 gewann. Nein, Dost erzielte auch noch vier der fünf Wolfsburger Tore. „Das ist kein schönes Gefühl, das ist ein überragendes Gefühl. Ich werde auf der Rückfahrt bestimmt viel lachen und sicher einige SMS beantworten. Besonders toll ist es, den Kollegen in einer Phase einen Treffer zu schenken, in der es nicht gut läuft“, sprudelte es aus dem 25-Jährigen heraus.

Als die 29 227 Zuschauer in der Bay Arena glaubten, nach einem denkwürdigen Spektakel ein 4:4 erlebt zu haben, schlug Dost zum vierten Male zu. In der vierten Minute der Nachspielzeit sorgte der Niederländer doch noch für den Sieg der Gäste von der Aller, der zur Halbzeit beim Stand von 3:0 schon sicher schien. „Vor der Pause ging alles ganz einfach. Vielleicht zu einfach, denn nach dem Wechsel haben wir dann zu lässig agiert. Da nehme ich mich nicht aus, vor dem ersten Tor der Leverkusener habe ich einen schlechten Pass gespielt. Daher war das 2:0 zwar mein schönstes Tor heute, das letzte aber war viel, viel wichtiger“, sagte Dost.

Einen persönlichen Rekord bedeutet der Vierer-Pack für Dost nicht. Im Dezember 2011 schoß er beim 5:0 des SC Heerenveen bei Excelsior Rotterdam sogar alle fünf Tore. „Aber das war gegen den 16. der Eredivisie. Der Gegner von heute ist sechster in der Bundesliga. Da sind vier Tore doch eine größere Hausnummer“, sagte Dost. Nach fast drei Jahren scheint der Mann aus Deventer nun endlich vor dem Durchbruch beim VfL Wolfsburg zu stehen. Im Sommer 2012 kam Bas Dost für sieben Millionen Euro Ablöse an den Mittellandkanal, im Angriff aber nicht an Ivica Olic vorbei. Auch, weil ihn eine hartnäckige Verletzung am Sprunggelenk immer wieder ausser Gefecht setzte. „Es hat leider gedauert. Aber ich habe immer gesagt, dass ich wertvoll sein werde, wenn ich fit bin“, erklärte Dost.

Aktuell ist er so wertvoll wie nie. Zehn Spiele hat Dost in dieser Saison bisher bestritten und dabei neun Treffer sowie eine Torvorlage verbuchen können. Seit dem 14. Dezember stand er siebenmal in Folge in der Startelf. Dabei gelangen ihm neun Tore, davon acht in den vergangenen fünf Spielen. Mit sieben Treffern ist Dost aktuell bester Torschütze der Rückrunde, zudem war sein Vierer-Pack in Leverkusen das erste in der Bundesliga seit dem von Claudio Pizarro beim 9:2 des FC Bayern gegen den HSV am 30. März 2013. „Und dabei wurde Bas die Bundesliga-Qualität noch vor kurzer Zeit abgesprochen“, sagte Manager Klaus Allofs.

Eine Tatsache, die Dost mächtig genervt hat, wie er zugibt. „Das Gerede hat mich schon gestört. Braucht der VfL Wolfsburg einen neuen Stürmer? Sollte Dost nicht besser an Feyenoord Rotterdam abgegeben werden? Gut, dass diese Mist-Debatten jetzt wohl endlich aufhören werden“, sagte Dost und will selbst alles dafür tun. „Von der Torjägerkanone rede ich sicher noch nicht. Doch ich will auch in Zukunft zeigen, was ich kann. Ich möchte, dass meine Mitspieler wissen, dass da einer ist, dem sie den Ball geben können. Und den muss ich dann natürlich reinmachen“, so Dost. Es muss ja nicht immer gleich viermal in einem Spiel gelingen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer