Berlin (dpa) - Der Hamburger SV hat öffentlich sein Interesse an einer Verpflichtung von Matthias Sammer als Sportdirektor bekundet. In der Vergangenheit gelang nicht allen der Wechsel vom DFB ins Fußball-Tagesgeschäft.

Als überaus lohnenswert erwies sich der Übergang vom Verband zum Verein vor allem für Udo Lattek und Dettmar Cramer, die in den 70er Jahren Titel in Serie hamsterten. Für Berti Vogts, «Dixie» Dörner oder Holger Osieck lief es dagegen im Ligabetrieb überhaupt nicht nach Wunsch. Die dpa dokumentiert die prominentesten Wechsel zwischen DFB und Bundesliga.

Georg Gawliczek: Als Spieler unter anderem für den 1. FC Köln aktiv, arbeitete Gawliczek von 1956 bis 1960 als DFB-Trainer. Anschließend wirkte er beim FC Schalke 04, dem Hamburger SV, dem Karlsruher SC sowie bei Tennis Borussia und Hertha BSC in Berlin in der Bundesliga.

Udo Lattek: Nach seinem Weggang vom DFB, wo er fünf Jahre lang als Jugendcoach gearbeitet hatte, ging es mit Latteks Trainerkarriere steil bergauf. Mit Bayern München und Borussia Mönchengladbach sammelte er acht Meistertitel und drei Pokalsiege. Dazu kamen der Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1974 und des UEFA-Pokals 1979.

Dettmar Cramer: Nach zehn Jahren als Verbandscoach trat Cramer im Januar 1975 die Nachfolge von Lattek bei den Bayern an. Sein erstes Engagement in der Liga krönte er mit den Europacup-Triumphen 1975 und 1976 sowie dem Weltpokalsieg 1976. Wegen ausbleibender Erfolge trennte sich der Rekordmeister im November 1977 von dem Coach.

Karl-Heinz Heddergott: 13 Jahre lang war Heddergott im Verband unter anderem für die Schülerauswahl und die Ausbildung von Trainern zuständig, als er 1980 dem Ruf des 1. FC Köln folgte. Doch der als Theoretiker geltende Nachfolger von Hennes Weisweiler blieb in der Domstadt ohne Fortune. Nach Platz zwölf war am 13. Oktober 1980 für ihn Schluss beim FC.

Holger Osieck: Der DFB-Trainer und Assistent von Franz Beckenbauer saß beim WM- Triumph von Rom 1990 mit auf der Bank. In der Bundesliga gelang es Osieck nicht Fuß zu fassen. Sein 1991 begonnenes Engagement beim VfL Bochum endete bereits im November 1992. Danach ging er ins Ausland.

Hans-Jürgen «Dixie» Dörner: Der ehemalige DDR-Nationalspieler hatte sich in sechsjähriger Arbeit für den DFB einen Namen gemacht, als ihn Werder Bremen Anfang 1996 verpflichtete. Aber auch Dörner gelang es nicht, die nach dem Rehhagel-Weggang kriselnden Hanseaten auf Erfolgskurs zurückzuführen: Trennung im August 1997.

Berti Vogts: Zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Nationaltrainer versuchte sich Vogts in der Bundesliga - und scheiterte. Der Europameister von 1996 übernahm Bayer Leverkusen im November 2000 und führte die Werkself sofort an die Tabellenspitze. Am Saisonende reichte es nur zu Platz vier. Zu wenig für die Clubführung, die Vogts den Laufpass gab.

Dieter Eilts: Der Europameister von 1996 hatte fünf Jahre lang erfolgreich als DFB- Trainer der U 19 und U 21-Junioren gewirkt, als er am 20. November 2008 von seinen Aufgaben entbunden wurde. Tags darauf wurde Eilts bei Hansa Rostock Nachfolger des entlassenen Frank Pagelsdorf. Doch schon vier Monate später kam an der Ostsee das Aus wegen Erfolglosigkeit.

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