Trainer Trainer Bruno Labbadia (l) und Sportdirektor Fredi Bobic sind die Macher beim VfB. Foto: Bernd Weißbrod
Trainer Trainer Bruno Labbadia (l) und Sportdirektor Fredi Bobic sind die Macher beim VfB. Foto: Bernd Weißbrod

Trainer Trainer Bruno Labbadia (l) und Sportdirektor Fredi Bobic sind die Macher beim VfB. Foto: Bernd Weißbrod

dpa

Trainer Trainer Bruno Labbadia (l) und Sportdirektor Fredi Bobic sind die Macher beim VfB. Foto: Bernd Weißbrod

Belek (dpa) - Der VfB Stuttgart plant im Trainingslager in Belek seine Zukunft. Die Schwierigkeit dabei ist, dass er mit weniger Geld versuchen muss, mehr Erfolg zu haben als zuletzt. Eine Schlüsselpersonalie ist Sportdirektor Fredi Bobic. Auch sein Vertrag läuft am Saisonende aus.

Wohnen tut der VfB schon wieder wie ein Champions-League-Verein. Der Fußball-Bundesligist hat sich für die Dauer seines Trainingslagers in Belek in einem der edelsten und ehrwürdigsten Hotels an der türkischen Mittelmeerküste einquartiert. Allein die marmorne Lobby des «Kempinski The Dome» ist so groß wie der penibel gepflegte Trainingsplatz ein paar hundert Meter weiter.

Rein sportlich fehlt dem VfB dagegen als Tabellenachter noch einiges von seinem alten Glanz. Der neue Präsident Gerd E. Mäuser betont zwar stets: «Langfristig gehören wir ins internationale Geschäft.» Aber dass der Weg dorthin zurück noch ziemlich lang werden kann, verdeutlichen gleich zwei Probleme. Für neue oder zum Bleiben zu bewegende Spieler können die Stuttgarter längst nicht mehr so viel Geld ausgeben wie noch zu ihren Champions-League-Zeiten. Und in Belek geht es auch um die Zukunft des Mannes, der darauf bislang stets einige kreative und einem klaren Plan folgende Antworten hatte: Es geht um den auslaufenden Vertrag von Sportdirektor Bobic.

«Ich gehe positiv an die Sache heran, denn ich mache diese Aufgabe sehr gerne», sagte der 40-Jährige in Belek. Nächste Woche wird auch Mäuser in die Türkei fliegen, dann sollen konkrete Gespräche über eine Verlängerung geführt werden. Ihre Absicht zu einer weiteren Zusammenarbeit haben beide Seiten schon oft genug betont. Doch eine reine Formsache werden die Gespräche wohl dennoch nicht. Dazu hat Bobic zuletzt ein paar Mal zu häufig angemerkt, dass «der finanzielle Spielraum nicht so groß ist, wie ich mir das anfangs erhofft hatte».

Bislang war seine Konsequenz daraus: «Wir müssen mehr Fantasie zeigen.» Die Verpflichtung des erst 20 Jahre alten Japaners Gotoku Sakai ist ein Musterbeispiel für die neue Strategie des Vereins. Der VfB sucht jetzt in Ländern und nach Spielern, die andere noch nicht auf ihrem Radar haben und die nur noch die Hälfte dessen kosten, was früher für Ciprian Marica oder Zdravko Kuzmanovic bezahlt wurde.

Bei Bobic-Transfers wie Shinji Okazaki oder William Kvist hat sich das bereits ausgezahlt. Auch langgediente Profis wie Matthieu Delpierre und Khalid Boulahrouz werden die neue Linie des Vereins zu spüren bekommen, denn sie gehören zu den sechs Spielern, deren Verträge am Saisonende ebenfalls auslaufen und entweder gar nicht oder nur zu reduzierten Bezügen verlängert werden. «Alle von ihnen sind hier gefordert, sich zu zeigen», sagte Bobic in Belek. «Die Vereine müssen in solchen Fällen nicht mehr sofort handeln. Der Markt wird zugeschwemmt mit Spielern, er ist größer und globaler geworden.»

Trainer Bruno Labbadia trägt den Kurs seines Sportdirektors und wirbt deshalb auch mit Nachdruck für dessen Vertragsverlängerung. «Es ist unheimlich wichtig, dass wir hier Kontinuität hineinbekommen», sagte er. «Fredi hat viele gute Dinge gemacht und auch viele Dinge angeschoben, die erst in zwei, drei Jahren Früchte tragen werden.»

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