In Berlin und in Hoffenheim steigt die Unzufriedenheit. Und damit die Kritik an den Übungsleitern.

Mit dem Latein am Ende? Holger Stanislawski.
Mit dem Latein am Ende? Holger Stanislawski.

Mit dem Latein am Ende? Holger Stanislawski.

Auch nicht besser: Michael Skibbe.

dpa, Bild 1 von 2

Mit dem Latein am Ende? Holger Stanislawski.

Düsseldorf. In Hoffenheim eröffnet Holger Stanislawski selbst die Trainerdiskussion, in Berlin diskutiert die ganze Stadt über Michael Skibbe. 1899 Hoffenheim und Hertha BSC befinden sich in der Krise. Und mit den Mannschaften ihre Trainer.

Nach dem 2:2 von 1899 gegen den FC Augsburg saß Trainer Holger Stanislawski minutenlang regungslos auf der Bank, dann redete er sich bei der Pressekonferenz den Frust von der Seele. Es geht im Kraichgau einfach nicht voran unter dem ehemaligen Trainer des FC St. Pauli. Der zeigte erste Zeichen von Resignation und, eine Seltenheit im Fußballgeschäft, eröffnete die Diskussion um seine Person selbst: „Ich trage die Verantwortung, und wenn ich nicht in der Lage bin, die Spieler dahin zu bringen, dass die Mannschaft funktioniert, dann liegt das am Trainer.“

„Man darf nicht zweifeln und nicht zu viel negativ interpretieren“

Michael Skibbe

Seele und Leidenschaft sollte der volksnahe Stanislawski dem Club des Milliardärs Dietmar Hopp einhauchen. Aber sein Team präsentiert sich leblos, erstmals sprach Stanislawski vom „Abstiegskampf“. Vehement beklagt der Trainer den Egoismus einiger Spieler: „Der eine oder andere ist nur auf sich fixiert.“ Dietmar Hopp sagte: „Er genießt mein Vertrauen, aber seine Begeisterungsfähigkeit kommt noch nicht ausreichend bei der Mannschaft an.“

Auch in Berlin ist der Fehlstart in die Rückrunde perfekt

Bei der Hertha ist der Fehlstart ebenfalls perfekt, drittes Spiel unter Michael Skibbe, dritte Pleite. Berlins neuer Trainer sieht nach dem 0:1 gegen Hannover dennoch Besserung. Aber offensichtlich nur er allein. Null Punkte mit Skibbe, seit 100 Tagen kein Ligasieg mehr. Die fünfte Heimpleite der Saison habe zwar die Lage verschlechtert, gab Skibbe zu. Für einen Konzeptwechsel sieht er aber keinen Anlass. „Man darf nicht zweifeln und nicht zu viel negativ interpretieren“, erklärte der ehemalige Assistent von Teamchef Rudi Völler. Einen Mentaltrainer hält er für nicht angebracht: „Man muss in der Situation Überblick und Ruhe bewahren. Es ist schade, dass der Aufwand nicht mit einem Unentschieden belohnt wurde.“ Skibbe hatte sich seine Mission als Nachfolger von Markus Babbel leichter vorgestellt. Dass die Berliner am Mittwoch im Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach die Chance haben, bis auf einen Schritt an ein Endspiel heranzukommen, scheint angesichts der Abstiegsgefahr zur Nebensache zu werden. Red

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