Frankfurt/Main (dpa) - Die Konzentration auf seinen Beruf als Fußball-Profi fällt Karim Haggui derzeit schwer. Vor und nach dem 3:0 bei Eintracht Frankfurt kreisten die Gedanken des tunesischen Innenverteidigers von Hannover 96 um die Vorgänge in seiner Heimat.

«Es ist eine schwierige Situation, eine schwere Zeit für mich. Ich bin räumlich weit weg, aber vom Herzen ganz nah dabei», sagte Haggui. Der in Kasserine geborene Abwehrspieler hält täglich Kontakt mit seiner Mutter, die wie Hagguis Schwester und Bruder in Tunesien lebt. «Mit der Familie ist alles okay», berichtete der Nationalspieler, der am 20. Januar 27 Jahre alt wird. Er habe versucht, seine Familie nach Deutschland zu holen. «Aber alle Flughäfen waren gesperrt. Und meine Mutter will ohnehin bleiben», erzählte Haggui.

Die Nachrichten aus der Heimat haben ihn in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt. «Einerseits bin ich sehr stolz auf unser Volk, dass zusammensteht und Solidarität gezeigt hat. Andererseits bin ich traurig über die Toten», meinte er. Politisch wolle er den Sturz von Präsident Ben Ali nicht bewerten, aber eines sei für ihn klar: «Es ist eine schwarze Periode für alle Tunesier.» Und dann äußerte Haggui seinen größten Wunsch: «Ich hoffe, dass alle Menschen in Sicherheit leben können.»

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