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Interimscoach Rene Tretschok will sich nur auf das Spiel gegen Dortmund konzentrieren. Foto: Florian

Interimscoach Rene Tretschok will sich nur auf das Spiel gegen Dortmund konzentrieren. Foto: Florian

dpa

Interimscoach Rene Tretschok will sich nur auf das Spiel gegen Dortmund konzentrieren. Foto: Florian

Berlin (dpa) - Das 1000. Bundesligaspiel für Hertha BSC interessiert ihn nicht. Das Wiedersehen mit dem Verein, mit dem er seine größten Erfolge feierte, interessiert ihn nicht. «Ich blende auch diese Dinge aus», sagte René Tretschok vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund.

Für den Interimstrainer der Berliner zählt vor der Partie gegen den derzeit bestens aufgelegten Titelverteidiger und Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga nur die Mission: Die Rettung des Tabellen-15. vor dem weiteren Absturz in die Abstiegszone.

43 Jahre ist Tretschok mittlerweile alt. 1996 wurde er deutscher Meister, 1997 triumphaler Gewinner der Champions League - beides im Trikot von Borussia Dortmund. Damit war Tretschoks Zeit bei den Westfalen allerdings auch beendet. «Ich habe gar keine Kontakte mehr nach Dortmund», sagte der Hertha-Nothelfer nun. «Auch wenn ich vier gute Jahre in Dortmund hatte: Ich bin Herthaner, alles andere interessiert mich nicht.»

Die Hilfsaktion nach dem Rauswurf von Erfolglos-Trainer Michael Skibbe ist für Tretschok eine Herzensangelegenheit. Fünf Niederlagen nacheinander - davon eine im Pokal - machten ihm den Weg auf die Bank frei. Der U19-Coach wurde zum Interimschef ernannt. Seit Sonntagabend habe er sein Telefon beiseitegelegt, berichtete Tretschok: «Ins Auto, unten rein.»

Ruhe ist auch dringend nötig bei der Hertha - aber nicht in Sicht. Zu der Liste potenzieller Kandidaten als Trainer Nummer 4 binnen einer Saison gesellte sich nach jüngsten Medienberichten auch noch der Niederländer Andries Jonker. Einst Assistent von Louis van Gaal bei Rekordmeister FC Bayern München, derzeit Trainer der zweiten Mannschaft.

Tretschok bleibt Chef auf Zeit. «Ich bin eine Interimslösung», bekräftigte der Ex-Profi vor seiner ersten Partie in dieser Funktion. Wie lange? Das weiß wohl niemand so recht bei der Hertha. Gemäß den Statuten der Deutschen Fußball Liga darf er maximal 15 Werktage als Chef fungieren, weil ihm die nötige Lizenz fehlt. Möglicherweise wird Tretschok, dem U15-Coach Ante Covic zur Seite steht, auch in Augsburg in einer Woche wieder auf der Bank sitzen. Ausschließen wollte Manager Michael Preetz das jedenfalls auch nicht.

Es wird dann das 1001. Bundesligaspiel für die Hertha sein. Bei 85 davon wirkte auch Tretschok mit. Auf sieben Tore kam der Mittelfeldspieler, der sich seit vielen Jahren mit Fußballcamps und -schulen um die Nachwuchsförderung im deutschen Fußball kümmert. Dass das Match an diesem Samstag vor voraussichtlich ausverkaufter Kulisse - sprich mehr als 74 000 Zuschauern im Olympiastadion - gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber die große Jubiläumspartie sein wird, war Tretschok indes nicht mal bewusst. «Ist auch nicht interessant», meinte er.

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