Fax-Opfer
Der Wechsel von Choupo-Moting zum FC Köln könnte an Fax-Problemen gescheitert sein.

Der Wechsel von Choupo-Moting zum FC Köln könnte an Fax-Problemen gescheitert sein.

dpa

Der Wechsel von Choupo-Moting zum FC Köln könnte an Fax-Problemen gescheitert sein.

Köln (dpa) - Verflixte Technik - kulante DFL? In der Transferposse um Eric Maxim Choupo-Moting wird die Deutsche Fußball Liga (DFL) nun eventuell doch Gnade vor Recht ergehen lassen und den schon für gescheitert erklärten Wechsel des HSV-Profis zum 1. FC Köln möglicherweise noch gestatten.

«Nach Eingang der vom 1. FC Köln angekündigten näheren Darlegung der Umstände wird sich die DFL selbstverständlich mit dem Antrag befassen und zeitnah bis spätestens Ende der Woche eine Entscheidung treffen», sagte ein DFL-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Ob der Wechsel nachträglich genehmigt werden kann, ist unklar. «Fakt ist: Im Rahmen der für alle Clubs geltenden Frist sind am gestrigen Tage keine Unterlagen bei der DFL eingetroffen», sagte der Sprecher.

«Der 1. FC Köln hofft auf ein positives Ergebnis», sagte der neue Sportdirektor Volker Finke bei seiner Vorstellung. Die Kölner erzielten nach ihrem Protest und Verhandlungen zwischen den Justiziaren beider Seiten unerwartet einen Teilerfolg. Denn würde der Liga-Verband strikt nach den Statuten gehen, wäre der wegen eines kaputten Fax-Geräts erst zwölf Minuten nach Transferende (Montag, 18.00 Uhr) auf der DFL-Geschäftsstelle eingegangene Vertragsabschluss ungültig.

Nun besteht wieder Hoffnung. «Wir können anhand der Uhrzeiten auf dem Fax alles belegen, auch Eric Maxims Vater kann das. Nun liegt es an der DFL», so FC-Sprecher Christopher Lymberopoulos.

Dabei hatten sich Vereinsvertreter und Spieler schon mit dem Scheitern abgefunden. «Das ist für alle Beteiligten bitter. Wir wollten den Spieler, der HSV wollte ihn abgeben und der Spieler wollte zu uns», sagte Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann dem «Kölner Express». «Ich habe mit der DFL gesprochen, keine Chance. Das Schicksal wollte es so. Eric muss in Hamburg bleiben. Nun müssen wir da durch», sagte Spielerberater und -Vater Just Choupo-Moting.

Sein Sohn, dessen Vertrag beim HSV bis Saisonende läuft, war im Vorjahr an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen und trug mit seinen Toren zum Klassenverbleib des FCN bei. Ähnlich soll es nun auch beim FC laufen, da der HSV dem Akteur bis zum Sommer gerne Spielpraxis verschaffen möchte: «Wir haben in der Offensive eine sehr große Konkurrenz, er käme nur wenig zum Einsatz», sagte Hamburgs Sportchef Bastian Reinhardt.

Und so lief die Transferposse des Jahres ab: Der HSV-Edelreservist und WM-Teilnehmer von Südafrika 2010 hatte sich um 17.30 Uhr für Köln und gegen den englischen Club West Bromwich Albion entschieden - eine halbe Stunde Zeit blieb noch.

«Das Zeitfenster war sehr eng, aber noch im Rahmen. Dinge gingen hin und her, dann waren wir durch», berichtete Horstmann. Als Just Choupo-Moting den unterschriebenen Vertrag um 17.49 Uhr faxen wollte, brach aber die Übertragung ab. Ein weiterer Versuch misslang, dann war das Fax um 18.03 Uhr endlich beim FC, der es an die DFL weiterleitete. Horstmann: «Um 18.12 Uhr waren alle Unterlagen in Frankfurt.»

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