Hertha-Trainer Michael Skibbe verteilte viel Lob im Trainingslager. Foto: Britta Pedersen
Hertha-Trainer Michael Skibbe verteilte viel Lob im Trainingslager. Foto: Britta Pedersen

Hertha-Trainer Michael Skibbe verteilte viel Lob im Trainingslager. Foto: Britta Pedersen

dpa

Hertha-Trainer Michael Skibbe verteilte viel Lob im Trainingslager. Foto: Britta Pedersen

Belek (dpa) - Für Experimente ist in Michael Skibbes derzeitigem Crashkurs kein Platz. Der neue Trainer von Hertha BSC will zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga mit dem Aufsteiger so weitermachen, wie sich die Berliner von der Hinrunde verabschiedet hatten.

«Diese Mannschaft hier bei Hertha ist völlig intakt. Dass es in der Winterpause zu einem Wechsel gekommen ist, war ja anderen Umständen geschuldet und hatte nichts mit einem sportlichen Desaster zu tun», erklärte Skibbe zum Abschluss des Trainingslagers in Belek in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Skibbe bereitete sein 27-köpfiges Personal in den sieben Tagen an der türkischen Riviera mit vielen simulierten Wettkämpfen, Einzelgesprächen und reichlich Lob auf den weiteren Kampf um den Klassenverbleib vor. Weiter geht er für den Hauptstadtclub am 21. Januar in Nürnberg. «Für mich ist ganz wichtig, dass meine Spieler wissen, wie ich bin. Meist ausgeglichen, aber ich kann auch mal energisch und hart sein. Aber die Spieler können sich darauf verlassen, dass sie nicht heute einen Trainer so vorfinden und am nächsten Tag völlig anders», betonte Skibbe. Nach den Querelen um den beurlaubten Markus Babbel sorgte er wieder für positive Stimmung.

Dass er erstmals auf seiner neunten Trainerstation ein Team in der Winterpause übernahm und im Schnelldurchlauf kennenlernen musste, sieht Skibbe nicht als Problem. «Ich habe ja als Trainer eine ganze Menge Erfahrung. Und ich hatte Leverkusen im Oktober übernommen. Also mitten in der Hinrunde. Das ist schwieriger», meinte der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer. «Es sind nur drei, vier jüngere Spieler, die ich nicht kannte», berichtete Skibbe.

Seine Begeisterung für das Zahlenrätsel Sudoku ordnete Skibbe dann auch nicht als Gedächtnisschule, sondern mehr als Zeitvertreib ein: «Man kann ja im Flieger nicht nur den Kicker lesen. Da bleibt man schon mal beim Kreuzworträtsel hängen.»

Große Rätsel hat sein neues Team im Trainingscamp nicht aufgegeben. Der deutliche verbesserte Brasilianer Ronny wird in den ersten vier Rückrundenspielen höchstwahrscheinlich seinen noch gesperrten Bruder Raffael in der Zentrale ersetzen. Christoph Janker könnte in die Innenverteidigung rücken, da Kapitän Andre Mijatovic wegen einer hartnäckigen Sprunggelenksverletzung in Belek kein Training mit dem Team und auch kein Testspiel absolvieren konnte.

Bei der Generalprobe am Freitag gegen den Schweizer Erstligisten FC Thun konnte zudem Christian Lell (Oberschenkelblessur) nicht dabei sein. Auch Jungstürmer Pierre-Michel Lasogga, der sich in der Türkei mit Patellasehnen-Problemen plagte, wurde nicht aufgestellt. Doch Skibbe ließ schlechte Stimmung durch seine unaufgeregte Art gar nicht zu. «Wenn jemand auf dem Platz einen Fehler gemacht hat, weiß der am besten, dass er Mist gebaut hat. Da muss ich nicht extra reinrufen: 'Sag mal, bist Du blind?'», begründete er seinen Hang zu viel Lob. Den will er sich auch erhalten, wenn es für Hertha wieder ernst wird.

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