Übel gelaunt
VfB-Coach Huub Stevens war nach der Niederlage gegen Hoffenheim richtig sauer. Foto: Uwe Anspach

VfB-Coach Huub Stevens war nach der Niederlage gegen Hoffenheim richtig sauer. Foto: Uwe Anspach

dpa

VfB-Coach Huub Stevens war nach der Niederlage gegen Hoffenheim richtig sauer. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim (dpa) - Huub Stevens ist die Lust auf Späßchen beim VfB Stuttgart endgültig vergangen. Ratlos und übellaunig zeigte sich der niederländische Coach des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga nach dem Last-Minute-Desaster beim 1:2 (1:1) in Hoffenheim.

Sein roter Kopf signalisierte: Achtung, Explosionsgefahr! Mit zwei Sätzen analysierte er bei der Pressekonferenz die niveauarme Partie. «Ich bin ganz schnell fertig, denke ich. Ich bin unglaublich enttäuscht, dass wir noch verloren habe», sagte er, ehe er sich noch einige verbale Scharmützel mit den Journalisten lieferte.

Dem 61-Jährigen schwant, dass es in dieser Saison nichts werden könnte mit einer erneuten Rettungsaktion wie im Vorjahr in Stuttgart. Der VfB spielte im baden-württembergischen Derby wie ein Absteiger - und verlor wie einer. Nach einem Konter in der 93. Minute schob ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Sebastian Rudy Torhüter Sven Ulreich den Ball durch die Beine ins Tor. «Jeder, der Fußball gespielt hat, weiß, wie brutal so was ist», meinte VfB-Kapitän Christian Gentner, der zu allem Übel die fünfte Gelbe Karte sah und am Freitagabend gegen Borussia Dortmund zuschauen muss.

Der spielentscheidenden Szene vorausgegangen war ein Fehlpass von Youngster Timo Baumgartl - und ein nur kämpferisch überzeugender Auftritt des VfB. Nach dem Hoffenheimer Führungstreffer durch Roberto Firmino (30.) erlebten die Schwaben ein kurzes Glücksgefühl: Gotoku Sakai (39.) brach nach 448 torlosen Minuten den Bann, als er TSG-Abwehrchef Ermin Bicakcic anschoss und der Ball unerreichbar für Torwart Oliver Baumann ins Netz ging.

Ansonsten fiel dem Abstiegskandidaten Nummer 1 vor 29 309 Zuschauern in der nicht ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena vorn so gut wie gar nichts ein. Dabei hatten die Hoffenheimer, wie es Trainer Markus Gisdol formulierte, vor ihrem ersten Rückrundensieg «den Kampfanzug» angelegt und sich erst spät auf ihre spielerische Qualitäten besonnen.

Stevens räumte nach dem Abpfiff auf die Frage eines Sky-Reporters, ob er ratlos sei, ein: «Ja, kann man sagen, ja. Irgendwas müssen wir versuchen.» Als er später erklären sollte, wie er die Mannschaft mental wieder aufbauen will, zeigte sich wieder der «Knurrer von Kerkrade»: «Das ist unheimlich wichtig, das wissen wir. Haben Sie vielleicht noch einen Rat für mich?»

Bei der ersten Auswärtsniederlage seit seinem Amtsantritt am 25. November habe seine Mannschaft jedoch eine super Einstellung an den Tag gelegt: «Ich kann den Jungs nichts vorwerfen.» Neuzugang Geoffroy Serey Dié konnte dem VfB jedenfalls noch nicht helfen: Der Mittelfeldspieler, der gerade mit der Elfenbeinküste Afrika-Meister geworden und für etwa 400 000 Euro vom FC Basel gekommen war, hatte am Freitag erstmals mit der Mannschaft trainiert und durfte erst in der 87. Minute auf den Platz.

Das 1:2 in der Nachspielzeit konnte auch der Ivorer nicht verhindern. «Der eine Punkt hätte uns gut getan und uns einen Tick Selbstvertrauen geben können», meinte Gentner niedergeschlagen. In der Rückrunde ist der VfB weiter sieglos. Der Routinier weiß, dass in Stuttgart jetzt Nehmerqualitäten gefragt sind. «Wir müssen noch einige Male aufstehen. Es wird möglicherweise auch unruhiger», warnte der 29-jährige und betonte: «Der Glaube ist nicht weg bei uns.»

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