Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund
Die Leverkusener Renato Augusto (l) und Simon Rolfes (r) versuchen den Dortmunder Mario Götze zu stoppen.

Die Leverkusener Renato Augusto (l) und Simon Rolfes (r) versuchen den Dortmunder Mario Götze zu stoppen.

dpa

Die Leverkusener Renato Augusto (l) und Simon Rolfes (r) versuchen den Dortmunder Mario Götze zu stoppen.

Leverkusen (dpa) - Rot für Jungstar Mario Götze und Michal Kadlec, eine dramatische Auseinandersetzung, aber kein Sieger im Topspiel zwischen Vizemeister Bayer Leverkusen und Titelverteidiger Borussia Dortmund:

Nach dem 0:0 vor 30 210 Zuschauern standen am Samstagabend weniger die temporeichen 90 Minuten, als vielmehr die beiden Platzverweise im Mittelpunkt. Von der 65. Minute an musste Bayer für kurze Zeit in Unterzahl spielen, weil Kadlec nach einer Grätsche von hinten gegen Götze die Rote Karte sah. Wenig später musste der Dortmunder ebenfalls mit Rot vom Feld, weil er gegen Hanno Balitsch nachgetreten haben soll (77.).

«Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass auch der Versuch schon strafbar ist. Ich habe nichts gespürt, ich habe auch nicht reklamiert», sagte Balitsch zu der Entscheidung von Referee Wolfgang Stark. BVB-Coach Jürgen Klopp forderte, dabei die Persönlichkeit eines Spielers «mitzubewerten. Und Mario Götze ist mit Sicherheit der letzte, der eine Tätlichkeit begehen könnte.» Insgesamt sei die Leistung von Stark «nicht Weltklasse gewesen». Leverkusens Trainer Robin Dutt bewertete die Aktion von Kadlec als «nicht notwendig. Da hätte er den Zweikampf geschickter führen können».

In der mit Hochspannung erwarteten Partie der beiden Top-Vereine der vergangenen Saison entwickelte sich in der ausverkauften Leverkusener BayArena eine Begegnung mit klaren Vorteilen für die Gastgeber. Der erstaunlich zurückhaltende Meister BVB, dessen viel gerühmte Offensivmaschinerie erhebliche Aussetzer hatte, konnte sich beim überragenden Roman Weidenfeller bedanken, dass es nach 45 Minuten noch 0:0 stand. «Es war intensiv, auf beiden Seiten ein Superspiel. Es ist schade, dass wir nicht mehr mit nach Hause nehmen», meinte der BVB-Keeper.

Weidenfeller rettete in der 65. Erstliga-Auseinandersetzung der beiden NRW-Clubs in der sechsten Minute mit dem Knie gegen André Schürrle und verhinderte auch bei einem Kopfball von Stefan Reinartz (24.) nach einem Freistoß von Renato Augusto mit einem Reflex den Gegentreffer. Weidenfeller hielt den Titelverteidiger zunächst fast allein in einem Spiel, in dem Michael Ballack erneut mit der Ersatzbank vorlieb nehmen musste, weil im defensiven Bayer-Mittelfeld Kapitän Simon Rolfes abermals den Vorzug erhielt.

BVB-Jungstar Götze bekam nach drei Tagen Zwangspause wegen einer Adduktorenzerrung rechtzeitig grünes Licht für seinen Einsatz. Doch die ganz großen Impulse gingen von ihm zunächst nicht aus. Da auch Sven Bender seine leichte Knieblessur überwunden hatte, stand dem reizvollen Zwillings-Zweikampf Sven für Dortmund gegen Lars für Leverkusen nichts mehr im Weg - mit Vorteilen für den Bayer-Mann.

Der ganz große Fußball war es nicht, der in der BayArena geboten wurde. Doch die Begegnung nahm an Zweikampfintensität und Dramatik nach der Pause zu, weil die Schwarz-Gelben aus Dortmund energischer zu Werke gingen und durch Shinji Kagawa (61.) endlich eine Chance hatten. Doch Bernd Leno schnappte dem einschussbereiten Japaner einfach den Ball vom Fuß und reagierte bei einem Direktschuss des eingewechselten Ivan Perisic in Weltklassemanier (67.). Trotz einer hektischen Schlussphase mit zwei Platzverweisen blieb es beim torlosen Unentschieden. «Es war sehr viel Tempo drin», meinte Leverkusens Rolfes, «bis zu der Roten Karte für uns waren wir die bessere Mannschaft».

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