VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg
Die Wolfsburger Luiz Gustavo (l) und Jan Polak (r) bejubeln das 1:0 von Kevin de Bruyne. Foto: Bernd Weißbrod

Die Wolfsburger Luiz Gustavo (l) und Jan Polak (r) bejubeln das 1:0 von Kevin de Bruyne. Foto: Bernd Weißbrod

dpa

Die Wolfsburger Luiz Gustavo (l) und Jan Polak (r) bejubeln das 1:0 von Kevin de Bruyne. Foto: Bernd Weißbrod

Stuttgart (dpa) - Von Zufriedenheit nach dem vorzeitig gesicherten Klassenverbleib wollte Huub Stevens nichts wissen. «Ich bin nicht erleichtert, ich bin enttäuscht», knurrte der niederländische Coach des VfB Stuttgart nach dem 1:2 (0:1) in einer niveauarmen Partie gegen den VfL Wolfsburg.

Nach dem abgewendeten Fußball-Betriebsunfall ist der 60-Jährige nun der erste Ansprechpartner in der Trainerfrage. «Er hat einen super Job gemacht. Er spielt in unseren Überlegungen für die Zukunft eine Rolle», sagte Präsident Bernd Wahler. «Er wird unser erster Ansprechpartner sein.» Nach dem Saisonende soll es dann intensive Gespräche über die Zukunft von Stevens geben.

Beim VfL Wolfsburg steht hinter dem Trainer für die kommende Saison kein Fragezeichen. Unter Dieter Hecking können die Niedersachsen nach dem Last-Minute-Sieg noch die Qualifikation für die Champions League packen. Im 50. Bundesligaspiel des früheren «Club»-Coaches auf der Wolfsburger Trainerbank holte der VfL am Samstag den 75. Auswärtssieg der Vereinshistorie und liegt nur einen Punkt hinter dem Vierten Bayer Leverkusen. Die Stuttgarter schließen ihre verkorkste Saison kommende Woche bei Rekordmeister FC Bayern München ab; der VfL will zu Hause gegen den direkten Champions-League-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach noch hochklettern, benötigt aber Schützenhilfe.

Vor 58 000 Zuschauern hatte Kevin de Bruyne (13. Minute) die spielbestimmenden Gäste in Führung gebracht. Nach dem Wechsel sorgte Christian Gentner (62.) für den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe Ivica Olic (90.+1) mit seinem 14. Saisontor nach einem dicken Fehler des eingewechselten Arthur Boka den Siegtreffer für den VfL erzielte. Dem VfB konnte das egal sein. Vor dem letzten Spieltag haben die Schwaben als 15. fünf Zähler Vorsprung auf Relegationsrang 16.

Für Cacau, der mit seinem Nachwuchs als Ballkindern einlief, hieß es in seinem 262. Bundesligaspiel für den VfB, von den eigenen Fans Abschied nehmen. Nach elf Jahren verlässt der frühere Nationalstürmer den Club im Sommer, wie Sportvorstand Fredi Bobic im Stadionmagazin schrieb. Eine offizielle Verabschiedung des 33-Jährigen sowie von Boka (Malaga) und Ibrahima Traoré (Mönchengladbach) soll zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden.

Für übertriebene Rührseligkeit war bei Huub Stevens kein Platz. Der VfB-Trainer konnte trotz schwerer Schulterverletzung auf Martin Harnik bauen, in der Offensive lief bei den zunächst abwartenden Schwaben kaum etwas. Die Niedersachsen dagegen ließen den Ball gut laufen und gingen verdient in Führung. Nach einer Ecke von Ricardo Rodriguez herrschte im 16er Chaos, Stuttgarts Kapitän Gentner konnte den Ball nicht richtig klären - de Bruyne knallte ihn von der Strafraumgrenze ins Netz.

Die Partie verflachte danach merklich, die Wolfsburger behielten dennoch die Kontrolle über das Geschehen auf dem Rasen. Die Schwaben mühten sich, doch die Schüsse von Cacau (19./40.) sorgten nicht wirklich für Sorgenfalten beim Schweizer VfL-Keeper Diego Benaglio.

Richtige Spannung im Abstiegskampf kam angesichts der unfreiwilligen Mithilfe der direkten VfB-Konkurrenten aus Nürnberg und Hamburg nicht mehr groß auf, Aha-Momente gab es dennoch. Nach einem Pass von Cacau, der unter großem Beifall in der 75. Minute symbolträchtig gegen Youngster Timo Werner ausgewechselt wurde, überlief Gentner die Wolfsburger Deckung und ließ die schwäbischen Fans über sein viertes Saisontor jubeln. Traoré (74.) verpasste für die deutlich agileren Stuttgarter mit einem Linksschuss an den Außenpfosten das 2:1. Für den Schlusspunkt sorgte schließlich auf der Gegenseite Olic.

«Bei einer konsequenteren Spielweise hätten wir das Glück nicht gebraucht», analysierte VfL-Manager Klaus Allofs. Das letzte Bundesligaspiel dieser Saison gegen Mönchengladbach, das zwei Zähler weniger auf dem Konto hat als Wolfsburg, sei «ein Endspiel um Platz fünf», frohlockte er, und die Aussicht auf Rang vier reizvoll.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 40,7 - 59,3

Torschüsse: 6 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 50,7 - 49,3

Fouls: 11 - 15

Ecken: 2 - 5

Quelle: optasports.com

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