VfL Wolfsburg - TSG 1899 Hoffenheim
Wolfsburgs Edin Dzeko (r) attackiert den Hoffenheimer Andreas Ibertsberger.

Wolfsburgs Edin Dzeko (r) attackiert den Hoffenheimer Andreas Ibertsberger.

dpa

Wolfsburgs Edin Dzeko (r) attackiert den Hoffenheimer Andreas Ibertsberger.

Wolfsburg (dpa) - Die Fußball-Profis des VfL Wolfsburg haben ihrem Trainer Steve McClaren mit einer unglaublichen Aufholjagd zumindest vorerst den Job gerettet. Nach dem 2:2 (0:2) in letzter Minute gegen 1899 Hoffenheim wird der Engländer auch im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus auf der Bank sitzen.

«Für mich gibt es da überhaupt keinen Zweifel. Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben, und das ist ein wichtiges Kriterium», sagte Manager Dieter Hoeneß nach dem Spiel. Diego (75.) und Edin Dzeko (90.+1) bescherten dem Meister von 2009 noch einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt zum Hinrunden- Abschluss.

75 Minuten lang hatte der VfL zuvor eine ganz schwache Leistung abgeliefert. Luiz Gustavo (34.) und Gylfi Sigurdsson (40.) hatten Hoffenheim vor der Pause in Führung geschossen. Hoeneß bestätigte indirekt, dass McClaren allein nach den Eindrücken vor der Pause wohl nicht mehr zu halten gewesen wäre. «Dass in der ersten Halbzeit Zweifel aufkamen, ist doch klar», sagte Hoeneß.

Ob der 49 Jahre alte Engländer auch nach der Winterpause noch VfL- Coach sein wird, dürfte auch vom Ausgang des Spiels gegen Zweitligist Cottbus am 22. Dezember abhängen. «Natürlich ist das Spiel wichtig», sagte Hoeneß. In der Winterpause soll dann die enttäuschend verlaufene Hinrunde aufgearbeitet werden. «Die Vorrunde ist natürlich nicht befriedigend von der Punktausbeute, das ist doch klar», sagte Hoeneß nach dem siebten sieglosen Spiel in Folge. Mit nur 19 Punkten steht der VfL zur Saisonhalbzeit nur knapp vor den Abstiegsrängen.

Hoffenheim überwintert mit 25 Punkten auf Platz acht. «Mit einem Sieg heute wären wir wohl Fünfter gewesen. Wenn man ein Spiel so beherrscht wie heute, fühlt sich der Punkt wie nichts an», haderte Gäste-Trainer Ralf Rangnick. Nach der ersten Halbzeit hätte in der Tat niemand der 24 512 Zuschauer mehr an eine Punkteteilung geglaubt.

Die aufgebrachten VfL-Fans verabschiedeten die Spieler mit einem Pfeifkonzert in die Kabine. Der Großteil der Zuschauer quittierte das lange Zeit emotionslose Spiel der VfL-Profis mit «Hoeneß raus»- Sprechchören und Rufen nach McClarens Vorgänger Lorenz-Günther Köstner. Schon zu Beginn des Spiels brüllten die Anhänger ihren Ärger heraus. Bereits vor dem Rückstand schallte es «Wir haben die Schnauze voll» durch die Arena.

Wolfsburg begann nervös und leistete sich viele Fehlpässe. Die erste Chance gehörte den Gästen. Vedad Ibisevic scheiterte nach sechs Minuten frei stehend am glänzend reagierenden Wolfsburger Keeper Diego Benaglio. Die Niedersachsen hatten im ersten Durchgang nur eine Chance. Angreifer Mario Mandzukic lupfte den Ball nach 20 Minuten knapp über das Hoffenheimer Tor.

Das 0:1 durch Luiz Gustavo fiel dennoch unerwartet. Gegen den strammen Schuss aus etwa 25 Metern war Benaglio ebenso machtlos wie sechs Minuten später gegen Sigurdsson, der von Ibisevic frei gespielt wurde. Nach der Auswechslung von Luiz Gustavo in der 65. Minute kippte das Spiel. Der Brasilianer musste mit Adduktorenproblemen vom Feld. Einen angeblichen Wechsel von Luiz Gustavo zu Bayern München in der Winterpause bezeichnete Rangnick als «Blödsinn».

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