Der Lauterer Christian Tiffert (r) und der Schalker Edu sind im Kopfballduell.
Der Lauterer Christian Tiffert (r) und der Schalker Edu sind im Kopfballduell.

Der Lauterer Christian Tiffert (r) und der Schalker Edu sind im Kopfballduell.

dpa

Der Lauterer Christian Tiffert (r) und der Schalker Edu sind im Kopfballduell.

Kaiserslautern (dpa) - Erst vorgeführt, und am Ende sogar gedemütigt: Drei Tage nach dem umjubelten Einzug ins Champions-League-Achtelfinale ist der FC Schalke 04 beim 0:5 (0:2) gegen den 1. FC Kaiserslautern in der Fußball-Bundesliga unsanft von Wolke sieben geholt worden.

Nach einer desolaten Vorstellung in Kaiserslautern kassierte der deutsche Vizemeister die höchste Niederlage seit mehr als 18 Jahren und sitzt mit nur 13 Zählern weiter tief im Tabellenkeller fest. «Ich bin enttäuscht und verärgert. Dieses Ergebnis schreit nach Konsequenzen», schimpfte Schalke-Coach Felix Magath.

Vor 49 474 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion erzielten Srdjan Lakic mit einem Doppelpack in der 8. und 56. Minute, Martin Amedick (39.), Ivo Ilicevic (76.) per Foulelfmeter sowie Jan Moravek (88.) die Tore zum fünften Saisonsieg des Aufsteigers, der sich mit 17 Punkten von den Abstiegsrängen absetzte. «Wir haben mit Leidenschaft und ganz viel Herz gespielt. Es war ein ganz tolles Spiel», lobte FCK-Trainer Marco Kurz.

Magath vertraute mit einer Ausnahme der gleichen Startformation wie bei der 3:0-Gala gegen Olympique Lyon in der Champions League. Lediglich Jose Manuel Jurado musste seinen Platz in der kreativen Schaltzentrale an Edu abtreten. Dennoch war der Vizemeister nicht wiederzuerkennen: Die Abwehr offenbarte längst überwunden geglaubte Schwächen, das Mittelfeld lief der Musik hinterher und die zuletzt treffsicheren Top-Stürmer Raul und Klaas-Jan Huntelaar waren fast komplett abgemeldet. «Das ist nicht zu erklären. Wir haben den Kampf nicht angenommen. Darüber muss man sich unterhalten. Wenn wir jedes Spiel so spielen, steigen wir auf jeden Fall ab», meinte Nationaltorwart Manuel Neuer.

Die «Königsblauen» schienen von allen guten Geistern verlassen. Wie eine Schüler-Truppe ließ sich Magaths Star-Ensemble vorführen. «Einige Spieler träumten anscheinend noch vom internationalen Fußball. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie man ein Spiel von solcher Bedeutung so angehen kann. Wir haben überhaupt keine Einstellung gefunden», kritisierte Magath.

Die «Roten Teufel» gingen von der ersten Sekunde an mit großem Engagement zu Werke und ließen die Gäste mit ihrer aggressiven Spielweise überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Lohn war die frühe Führung durch Lakic, der einen Eckball per Kopfball ins Netz wuchtete. Der zweite Treffer war eine Kopie des ersten: Tiffert schlug eine Ecke von rechts, dieses Mal köpfte Amedick ein.

Erst kurz vor der Pause verzeichnete Schalke die erste Möglichkeit. Huntelaar scheiterte mit einem Flachschuss an FCK-Torwart Tobias Sippel, der auch Raúls Nachschuss aus Nahdistanz an den Pfosten lenkte. «Da hat uns Sippel richtig gut im Spiel gehalten», lobte Kurz.

Magath reagierte in der Pause mit einem Doppel-Wechsel: Für Edu kam Jurado und Joel Matip ersetzte Jermaine Jones im defensiven Mittelfeld. Besser wurde das Schalker Spiel dadurch nicht. Vielmehr machte der FCK weiter Druck und baute die Führung durch den neunten Saisontreffer von Lakic nach tollem Pass des überragenden Tiffert aus. Die Gäste brachten nichts Konstruktives zustande und fielen in der Schlussphase völlig auseinander.

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